IWF Weltbank-Projekte zwangen 2,6 Millionen Menschen zur Umsiedlung

Allein im vergangenen Jahr zwangen Projekte, die von der Weltbank gefördert wurden, über 2,6 Millionen Menschen zur Umsiedlung - meist gegen ihren Willen. Die Rolle der Weltbank als Entwicklungshelfer gerät in die Kritik.

Prag - Ist die Weltbank geeignet, als Entwicklungshelfer zu agieren? Über 2,6 Millionen Menschen, die allein im vergangenen Jahr von Weltbank-Projekten gegen ihren Willen zur Umsiedlung gezwungen wurden, dürften anderer Meinung sein.

Die Rolle der Weltbank steht beim IWF-Treffen in Prag auf dem Prüfstand. Die Diskussion angestossen hatte der Wunsch Chinas, sich ein Anti-Armutsprojekt durch das Institut fördern zu lassen. Die Entwicklungshilfe hätte die Umsiedlung von 57.000 Menschen bedeutet.

Nach Angaben der Weltbank haben insgesamt 223 geförderte Projekte weltweit zur voraussichtlichen Umsiedlung von 681.000 Haushalten mit über 2,6 Millionen Menschen geführt. Die meisten dieser Projekte betreffen China und den Raum Ostasien und Pazifik.

Die Weltbank hat inzwischen Fehler eingeräumt, eine neue, breiter gefasste Operationsdirektive für das Institut ist in der Diskussion. Eine interne Kontrolleinheit soll zudem sicher stellen, dass die Bank bei weiterer Dezentralisierung ihre Ziele und Standards nicht aus den Augen verliert.

Kritiker halten dagegen, dass die Bemühungen der Bank nicht weit genug gingen. So bestehe die Weltbank in ihren Richtlinien nicht mehr darauf, dass Umsiedler, die ihr Land verlieren, mit Land wieder entschädigt werden.