British Airways/KLM Fusionsgespräche gescheitert

Die Airlines scheiterten bei dem Versuch, den Konkurrenten Lufthansa zu überflügeln. Die Fusion wurde abgebrochen. Das Rennen um neue Partner im europäischen Luftraum beginnt von vorne.

London - Die Fusion zwischen British Airways (BA) und der niederländischen KLM zur größten europäischen Fluggesellschaft ist gescheitert. Dies gaben die beiden Gesellschaften am Donnerstag in London nach mehrmonatigen Verhandlungen in einer gemeinsamen Erklärung bekannt.

Die geplante Fusion hätte nach Ansicht von Analysten eine Art "Signalwirkung" für die europäische Zivilluftfahrt gehabt. BA wäre damit nach Einschätzung von Experten zur fünftgrößten Fluggesellschaft der Welt aufgestiegen.

Erfolglose Suche nach Partnern

Die auf Sanierungskurs fliegende British Airways hatte gehofft, mit der Übernahme von KLM den europäischen Marktführer Lufthansa überflügeln zu können. Die Koninklijke Nederlandse Luchtvaartschappij, kurz KLM, hatte zuvor bereits erfolglos mit Swissair, Austrian Airlines und SAS verhandelt.

Erst kurz vor Aufnahme der Verhandlungen mit BA Ende Juni war eine KLM-Allianz mit Alitalia gescheitert.

Analysten zufolge bedeutet das Scheitern der Fusion für beide Unternehmen ein Rückschritt. Philippe Gossard, Luftfahrt-Experte von der Credit Lyonnais, erwartet, dass die BA nun mit einer nordamerikanischen Gesellschaft eine enge Zusammenarbeit anstreben wird. American Airlines sei wohl die erste Wahl.

Für KLM sehe es dagegen schlecht aus. Der einzige Partner, der von der Größe und der Routenplanung zur KLM passen würde, wäre die Air France.

"Konsolidierung" in der Luftfahrt erwartet

BA strebt nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden, Lord Marshall, auch weiterhin eine "Konsolidierung" in der europäischen Zivilluftfahrt an.

"Europa ist unser Hinterhof. Wir waren schon immer ein großer Spieler auf diesem Markt, und wir werden weiterhin nach Chancen zur Stärkung unserer Position suchen."

Der Vorstandsvorsitzende von KLM, Leo van Wilk, sprach ebenfalls von der Notwendigkeit einer weiteren Konsolidierung. Für die voraussehbare Zukunft seien die Aussichten für eine eigenständige KLM aber "gut."

Gemeinsam mit ihrem US-Partner Northwest Airlines verfüge die KLM über ein "hoch entwickeltes transatlantisches Bündnis."

"Wir haben immer unterstrichen, dass es für das Zustandekommen eines Deals keine Garantie gab", hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Die "komplexe Transaktion" habe nicht nur kommerzielle und wirtschaftliche Fragen, sondern auch Probleme im Bereich internationaler Luftfahrtverträge sowie des Wettbewerbs aufgeworfen. Diese konnten "trotz erheblichen Fortschritts" nicht gelöst werden.