Telekom T-Aktie fällt im Sog der Führungskrise bei T-Online

Während Konzern-Chef Ron Sommer neues Führungspersonal für die T-Online-Tochter sucht, fällt der Aktienkurs rapide. Selbst die VoiceStream-Übernahme werde gefährdet, warnen Analysten.

Frankfurt am Main - Berichte über eine Führungskrise bei T-Online haben am Donnerstag die Aktien des Onlinedienstes und seiner Konzernmutter Deutsche Telekom auf Jahrestiefstände gedrückt.

Im Frankfurter Handel fiel die T-Aktie zeitweise bis auf 37,95 Euro. Am Nachmittag lag die T-Aktie mit 38,60 Euro noch immer 2,53 Prozent tiefer als am Vorabend.

Die T-Online-Aktie rutschte bis auf 23,45 Euro und kostete am Nachmittag 23,89 Euro (minus 6,31 Prozent).

Anfang Mai hatte die T-Online-Aktie noch 46,10 Euro gekostet. Die T-Aktie hatte am 6. März mit 103,90 Euro ihr Jahreshoch verzeichnet.

Stühlerücken bei T-Online belastet den Kurs

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Marketing-Manager Ralf Eck aus dem T-Online-Vorstand ausscheidet. Knapp vier Wochen zuvor war bereits der Vorstandschef Wolfgang Keuntje gegangen.

VoiceStream-Fusion in Gefahr

Der Kurssturz könnte Folgen für die internationale Expansion der Telekom haben. "Wenn der Kurs der Deutschen Telekom unter 33 Euro fällt, haben die Aktionäre des US-Mobilfunkbetreibers VoiceStream die Möglichkeit, die Übernahme durch die Bonner abzulehnen", sagte die Analystin Petra Heist (HypoVereinsbank).

Die Telekom hatte im August für umgerechnet 106 Milliarden Mark VoiceStream Wireless Corp. übernommen.