Analysten Empfehlungen am Nachmittag

HF empfiehlt, Kinowelt zu reduzieren. M.M. Warburg stuft Ricardo aufgrund der "überraschend schlechten" Zahlen zurück. Die Commerzbank stuft Aeco auf "Halten". M.M. Warburg sieht bei MAN zunächst kein Kurspotenzial.

Hornblower Fischer (HF) hat Kinowelt Medien (628 590) als "Trading Sell" eingestuft. Die Analysten begründeten ihre Einschätzung mit der aktuell fehlenden Aussicht auf einen "Blockbuster" und mit dem geringen Ergebnisbeitrag des Sport-Merchandising-Geschäfts. Daher sollten Investoren die Aktien aus kurzfristiger Sicht verkaufen. Mittel- bis langfristig stuften die Analysten die Aktien von "Kaufen" auf "Reduzieren" herab.

In den vergangenen Handelstagen waren Kinowelt-Aktien bereits stark unter Druck geraten, nachdem der Münchner Filmrechtehändler eine Wandelanleihe im Volumen von 200 Millionen Euro aufgelegt hatte. Diese sei zwar bereits im Frühjahr angekündigt worden, aktuell sei aber keine direkte Begründung für die Emission wie die Finanzierung einer Akquisition oder einer internationalen Expansion zu erkennen, kommentierten die Experten. Somit sei von einem Finanzierungsbedarf im normalen operativen Geschäft auszugehen.

Negativ stimme aber auch die zuletzt sehr enttäuschend verlaufende Filmrechteverwertung der Münchner. So habe Kinowelt rund 800 Millionen Mark in den Erwerb von US-Filmrechten investiert, aus denen aber bisher nur 38 Millionen Mark Umsatz generiert werden konnten. Das Interesse an dem Filmpaket sei sehr gering.

(Chart / Firmenprofil)

Ricardo: Überraschend schlecht / "Halten" (M.M. Warburg)

M.M. Warburg hat nach Veröffentlichung der Jahreszahlen Ricardo (702 070) auf "Halten" von "Kaufen" zurückgestuft. Obgleich sich nach dem schwachen vierten Quartal ein nicht besonders günstiges Jahresergebnis abgezeichnet hätte, seien die Zahlen doch überraschend schlecht ausgefallen.

Hervorzuheben seien die außerordentlichen Belastungen auf den Lagerbestand, die schwer wiegten. Die Konzentration auf das "Agency"-Modell, bei dem Ricardo ganz ohne Lagerhaltung auskomme und auf eigene Bestände verzichte, weise allerdings in die richtige Richtung.

Die Analysten erwarten vom Management klare Prognosen mit Blick auf kommende Umsätze bzw. Erträge. Auch bleibe abzuwarten, wie erfolgreich die Integration von Ricardo in das britische Unternehmen QXL verlaufe.

(Chart / Firmenprofil)

Aeco: Fair bewertet / "Halten" (Commerzbank)

Die Commerzbank hat bei einer Ersteinstufung Aeco (927 093) mit "Halten" bewertet. Die Aktie sei derzeit fair bewertet, hieß es weiter.

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MAN: Ohne Kurspotenzial / "Halten" (M.M. Warburg)

Die gute Entwicklung der MAN-Nutzfahrzeugsparte in den ersten acht Monaten ist nach Ansicht von M.M. Warburg im Bereich der Erwartungen. Da der Absatz der am Jahresanfang vorgestellten neuen Lkw-Modelle gut sei, werde MAN (593 700) wohl auch den Absatzrückgang, der im kommenden Jahr in Europa erwartet wird, gut überstehen, sagte Susanne Schwartze.

Die Analystin von M. M. Warburg rechnet daher bei MAN mit einem stabilen Ergebnis bei leicht steigendem Umsatz. Auf dem hart umkämpften Nutzfahrzeug-Markt stehe der Hersteller gut da.

Durch die Übernahme von Neoplan stärke MAN zudem den Busbereich. Die Produktpalette beider Unternehmen ergänze sich und es würden Synergien in den Bereichen Einkauf, Entwicklung und mittelfristig auch Produktion erwartet. "Damit ist MAN auf dem Busmarkt etwas schlagkräftiger", so Schwartze.

Doch in den Jahren 2001 und 2002 erwartet die Analystin von Neoplan noch keinen nennenswerten Ergebnisbeitrag. Zudem sei der Anteil der Busherstellung an der Fahrzeugsparte recht klein. Die Aktie hält Schwartze auf "Halten". Der Kurs werde voraussichtlich auf dem derzeitigen Niveau um 30 Euro verharren.

(Chart / Firmenprofil)