Ericsson Hellström setzt auf neue Investor-Relations-Strategie

Während sein Netzwerk-Geschäft brummt, verlor der schwedische Konzern bei Handys zuletzt Marktanteile. Die Aktie geriet unter Druck. Nun will Präsident Kurt Hellström die Investor-Relations-Strategie ändern.

Hamburg - Ericsson will seine weltweit führende Position als Ausrüster für Mobilfunknetze weiter ausbauen, betont Hellström in einem Interview in der neuen Ausgabe des manager magazin (Erscheinungstermin: 22. September).

Obwohl japanische Unternehmen bereits im kommenden Jahr Mobilfunknetze der nächsten Generation (UMTS) einführen werden, glaubt der schwedische Topmanager, dass die europäischen und amerikanischen Hersteller ihre Position verteidigen können.

Verstärktes Engagement im Handy-Niedrigpreissegment

Kritischer beurteilt Hellström, der vor gut einem Jahr nach dem spektakulären Rausschmiss von Sven-Christer Nilsson bei Ericsson die Führung übernahm, die Situation im Handymarkt: "Die Japaner sind stark in der Videotechnik. Und die Übertragung von Bewegtbildern wird künftig eine große Rolle spielen. Das ist die Chance unserer Konkurrenten in Asien."

Ericsson habe auf Grund technischer Probleme im letzten Jahr deutliche Marktanteilsverluste im Handygeschäft hinnehmen müssen, räumt Hellström im Gespräch mit manager magazin ein. Der Konzern will sich verstärkt im bisher vernachlässigten Niedrigpreissegment engagieren, das mittlerweile 60 Prozent des Endgerätegeschäftes ausmacht. Der taiwanesische Produzent Arima soll für die Schweden die Handys herstellen.

Hellström: "Werden mit UMTS-Aufträgen viel Geld verdienen"

Mobile Endgeräte tragen nur zu 23 Prozent zum Umsatz des skandinavischen Telekommunikationskonzerns bei. "Unser Ziel ist, den Analysten deutlich zu machen, dass Ericsson in erster Linie ein Infrastruktur-Unternehmen ist, das mit UMTS-Aufträgen viel Geld verdienen wird", umschreibt Hellström die neue Investor-Relations-Strategie des Konzerns.