Deutsche Bank Ackermann wird der neue Chef

Der Kronprinz des Instituts heißt Josef Ackermann. Der Investmentbanker wurde zum Nachfolger von Rolf Breuer gewählt - ab 2002. Das ist keine Überraschung: Ackermann setzte sich schon bei der geplatzten Fusion durch.

Frankfurt - Der Vorstand der Deutschen Bank hat Josef Ackermann zu seinem Sprecher mit Wirkung zur Hauptversammlung 2002 gewählt. Ackermann soll dann die Nachfolge von Rolf E. Breuer antreten. Zu diesem Zeitpunkt sind auch Neuwahlen der Vertreter der nteilseigner im Aufsichtsrat angesetzt.

Die Wahl ist keine Überraschung. Zum einen ist Ackermann im Vorstand für das Investmentbanking zuständig - dieser Geschäftsbereich holte fast die Hälfte des gesamten Vorsteuer-Ergebnisses der Bank.

Zum anderen zeigt er Ellenbogen - nicht nur, als er seinen Vorstandskollegen Ronaldo Schmitz aus der Verantwortung drängte. Eine wichtigere Machtprobe hatte er bei der geplanten Fusion mit der Dresdner Bank zu bestehen.

Hier sorgte Ackermann zusammen mit seinem Chefhändler Edson Mitchell dafür, dass Rolf Breuer entgegen aller Ankündigungen lieber die internationale Schmach einer geplatzten Fusion hinnahm als zu akzeptieren, dass mit Dresdner Kleinwort Benson eine zweite Investmentbank im Haus geführt werden sollte.

Heute sitzt auch Mitchell im Vorstand der Deutschen Bank, eine Hausmacht, auf die der künftige Chef zählen kann.

Schliesslich hat Ackermann noch einen mächtigen Protektor im Hintergrund. Breuers Vorgänger Hilmar Kopper holte den Bankier 1996 nach Frankfurt.

Damals war Ackermann gerade bei einer Machtprobe unterlegen. Bei der Credit Suisse stellte sich der Schweizer, früher Präsident der Schweizerischen Kreditanstalt, gegen die Spitze und die Strategie des Hauses.