Versatel Telecom "Sonne" zieht Flatrate zurück

Der Wettbewerb unter den Anbietern von Pauschalpreisen im Internet hat ein neues Opfer gefordert. Das niederländische Telekommunikationsunternehmen zieht sein Flatrate-Angebot "Sonnet" zurück. Dauersurfer haben zu viel gekostet.

Amsterdam - Wie das Unternehmen mitteilte, würden alle Flatrate-Nutzer für den Rest des Monats entsprechend entschädigt. Ab sofort müsse der Versatel-Zugang wieder pro Nutzung bezahlt werden.

Als Grund gab Versatel Telecom International an, dass die Deutsche Telekom Versatel keinen Großkundenrabatt für die Verbindungsgebühren gewährt hätte. Daher sei das Flatrate-Angebot, dass das Unternehmen in Deutschland unter dem Namen "Sonnet" angeboten hatte, unwirtschaftlich.

Versatel ist nicht der erste Anbieter, der sein Flatrat-Angebot vom Markt nimmt und sich somit vor der Pleite bewahren will. Auch den Konkurrenten Surf1 und Gigabell liefen die Kosten davon. Sie stellten ihr Angebot inzwischen ganz ein und beantragten ein Insolvenzverfahren.

Wie Versatel haben in den vergangenen Wochen nahezu alle Anbieter von Flatrates Kunden mit höherer Online-Nutzungsdauer fristlos gekündigt. Bei vielen Nutzern stieß die Kündigung, die zum Teil ohne Begründung erfolgte, auf Unverständnis.

Schließlich hatten die Anbieter zuvor mit einer unbegrenzten Nutzung des Internets geworben - nur um dann Kunden, die diese Offerte nutzten, Missbrauch vorzuwerfen.

Mitunter kam es auch zu offensichtlich falschen Kündigungen. So begründete Versatel einige Kündigungsschreiben mit einer verbotenen "doppelten Einwahl" - das allerdings auch bei Nutzern, die nur über eine einzige Modem-Leitung ins Internet verfügen.