DEAG Musical-Tochter Stella bekommt Börsen-Phantasie

Der am Neuen Markt notierte Konzertveranstalter will seine Problemtochter Stella an die Börse bringen. Der Musical-Produzent - bislang ein Millionengrab für Großinvestoren und Steuersparer - wird eine AG umgewandelt.

Berlin - Die Deag-Tochter Stella wird in eine AG umgewandelt und soll künftig als "Stella Entertainment AG" firmieren. Das Unternehmen führen soll der bisherige Sprecher der Geschäftsleitung, Klaus von der Heyde.

Das Finanzressort übernimmt Thomas Nedtwig als CFO, der vorher in gleicher Funktion bei der Deag tätig war und die gesamte Übernahme der Stella verantwortlich begleitet hat.

Als COO konnte Wolf Dieter Werner gewonnen werden. Er übernimmt die Ressorts Personal und Verwaltung. Werner war zehn Jahre Personalchef, zuletzt bei der Landesbank Hessen-Thüringen.

Die Musicalfirma gehört seit diesem Frühjahr der Berliner Deutsche Entertainment AG (Deag). Deag-Chef Peter Schwenkow hatte den Betrieb von sechs der ehemals neun Stella-Musicals für 40 Millionen Mark übernommen.

Der Musicalproduzent erwies sich bislang als Millionengrab, der nicht nur seinen Initiator in den finanziellen Abgrund riss, sondern auch zahlreichen Anlegern, die mit Stella-Fonds Steuern sparen wollten, Sorgen macht. Viele von ihnen wurden zeitweise mit Stella-Aktien bezahlt.

Mit einer neuen Strategie - kurzlaufende Vorstellungen statt opulent ausgestatteter Longseller - sowie einem Fokus auf das jeweils regionale Publikum sollen die Vorstellungen und Theater besser ausgelastet werden.

Der Beratervertrag mit dem früheren Lufthansa-Vorstand und Stella-Interims-Chef Hemjö Klein wurde inzwischen beendet.