Ölpreis Opec hat noch Reserven - Ölpreis gibt leicht nach

Die Aussicht, dass die Opec rund 2,2 Millionen Barrel extra auf den Markt werfen könnte, hat die Entwicklung des Ölpreises erstmals umgekehrt. Statt weiter zu steigen, gab die Notierung leicht nach.

New York - Nach Monaten der Panikmache ist es der Internationalen Energie-Agentur (IEA) erstmals gelungen, die Steigerung des Ölpreises kurzfristig zu stoppen.

Der Preis pro Barrel gab um 1,2 Prozent nach, nachdem die IEA ankündigte, dass die Ölförderländer durchaus Kapazität hätten, die Förderung um weitere 2,2 Millionen Barrel zu erhöhen.

Die Extra-Förderung ist laut IEA zusätzlich möglich zu den 800.000 Barrel, die die Opec in ihrem letzten Treffen vereinbart hatte, und den 500.000 Barrel, die Generalsekretär Rilwanu Lukman Anfang der Woche versprochen hatte.

Der Terminkontrakt für Opec-Öl, lieferbar im November, gab nachbörslich in New York um 42 Cent auf 34,82 Dollar nach. Nach wie vor sind jedoch 28 Dollar pro Barrel die magische Grenze - bis zu diesem Preisniveau will die Opec die Fördermengen ausweiten.

Allerdings bleiben Differenzen: Die Ölförderländer wollen auf jeden Fall vermeiden, dass sie den Abnehmern mit 28 Dollar über den Winter helfen, dadurch aber auch deren Lager füllen und ab Januar für ihr Öl nur noch Preise um die zehn Dollar erzielen.

Die ölverarbeitende Industrie dagegen hält sich zurück. Sie wartet ab, bis der Ölpreis unter 30 Dollar rutscht.

Eine Erhöhung der Raffinerie-Tätigkeit - zur Zeit sind US-Verarbeiter zu 93,3 Prozent ausgelastet - gilt aber unter Experten als Voraussetzung für einen deutlich Rückgang des Ölpreises.

Sie rechnen daher damit, dass der Ölpreis bis Jahresende doch noch in Richtung 40 Dollar pro Barrel steigen kann.