Cyberworks Großaktionär entzaubert Hongkong-Star-Entrepreneur

Die zweitgrösste Internet-Firma Asiens verliert weiter an Phantasie. Dafür sorgt Großaktionär Cable & Wireless. Der warf offenbar in Panik Aktien aus Beteiligung auf den Markt - nach nur einem Monat und mit 37 Prozent Rabatt.

Hongkong - Nur einen Monat hielt die Begeisterung des britischen Telefonkonzerns Cable & Wireless an seiner Beteiligung Pacific Century CyberWorks (PCCW). Dann warf der Großaktionär seine Aktien auf den Markt.

Offenbar in Panik, denn verkauft wurden die Aktien 37 Prozent billiger als sie Cable & Wireless vor einem Monat erworben hatte. Die Börsianer folgern daraus, dass es PCCW weitaus schlechter geht und Cable & Wireless größere Verluste erwartet.

An der Börse in Hongkong gab das auch bei deutschen Anlegern beliebte PCCW-Papier über zwölf Prozent nach und verzeichnete damit den größten Verlust seit April.

PCCW, die zweitgrößte Internet-Firma Asiens, wurde von Richard Li gegründet, Sohn des Immobilien-Tycoons und Millionärs Richard Li. Die Firma nahm einen raschen Aufschwung, nachdem sie sich von Teilen ihres TV-Geschäfts trennte und in großem Stil Internet-Provider in Asien übernahm.

Den größten Brocken schluckte PCCW mit der Hongkong-Tochter von Cable & Wireless.

Seit März freilich bewegt sich der Kurs von PCCW mit der Marktentwicklung nach unten. Weitere Kursverluste mussten Aktionäre einstecken, nachdem sich Anfang des Monats ein wichtiger PCCW-Partner, der Internet-Provider GigaMedia aus Taiwan, aus einem gemeinsamen Vorhaben zurückzog.

Auch der große US-Internet-Finanzier CMGI kippte Pläne, mit PCCW zusammen einen Venture-Capital-Fonds zum Aufbau von Internet-Startups in Asien aufzulegen.