Insiderverdacht Prior angeklagt

Die Aktientips des Börsenexperten Egbert Prior während der Fernsehsendung 3Sat-Börse haben ein juristisches Nachspiel.

Frankfurt/Main - Die Frankfurter Staatsanwaltschaft klagt Prior wegen Verstößen gegen das Insiderhandelsverbot an. Er solle laut Anklagebehörde eigene TV-Empfehlungen und anschließende Kursgewinne der empfohlenen Aktien "für ein Schnäppchen ausgenutzt haben", teilte Priors Unternehmen, die Prior AG, am Donnerstag abend in Frankfurt mit. Nach Einschätzung Priors gehen die Vorwürfe aber "ins Leere". Die Anklagebehörde hat für Freitag Informationen zu den Vorwürfen gegen den Herausgeber des Informationsbriefs "Prior Börse" angekündigt.

Nach Priors Angaben geht es in der Anklage um Geschäfte mit 200 Aktien des Schleswiger Telekommunikationsunternehmens Mobilcom und 900 Anteilspapieren des bayerischen High-Tech-Unternehmens SCM, beides Titel am "Neuen Markte" der Frankfurter Börse. Im September hatte die Staatsanwaltschaft bundesweit Geschäftsräume Priors durchsuchen lassen. Der "Neue Markt" für junge zukunftsträchtige Firmen war zuvor wegen hoher Kursschwankungen als "Zockerparadies" ins Gerede gekommen.

Das Wertpapierhandelsgesetz bedroht seit 1994 verbotene Insidergeschäfte mit bis zu fünf Jahren Haft oder Geldstrafe.

Nach eigener Darstellung hat Prior allerdings bereits vor den eigenen Aktienkäufen die Titel während eines Börsenspiels im Fernsehen als zukunftsträchtig empfohlen. Den Behörden, die seit geraumer Zeit gegen ihn ermitteln, wirft Prior den Versuch vor, "einen erfolgreichen und spektakulär auftretenden Journalisten mit den Mitteln des Strafrechts zu disziplinieren."