Gigabell Aufsichtsräte verlassen sinkendes Schiff

Neuer Schlag für den Pleitekandidaten. Der Chef des Aufsichtsrats und ein weiteres Mitglied sind aus dem Gremium ausgeschieden.

Frankfurt am Main - Bei den ausgeschiedenen Aufsichtsräten handelt es sich um den Vorsitzenden Markus Ross und das Mitglied Hans-Christian Hauck. Dies teilte Gigabell am Dienstag abend nach Börsenschluss mit.

Beide seien externe Mitglieder des Kontrollgremiums, die nicht dem Unternehmen selbst angehört hätten. Gigabell werde im Lauf der Woche die Nachfolger benennen.

Pfeil wird Insolvenzverwalter

Das Frankfurter Amtsgericht habe den Betriebswirt Dirk Pfeil zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Firma, teilte Gigabell weiter mit. Er werde prüfen, unter welchen Bedingungen eine Fortführung und Sanierung möglich sei.

Zunächst solle der operative Geschäftsbetrieb störungsfrei weitergeführt werden. Gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter führe die Unternehmensleitung Verhandlungen mit Übernahme- oder Beteiligungsinteressenten.

Gigabell-Aktie legte zu

Die Gigabell-Aktien legten am Dienstag - nach einem Absturz um über 67 Prozent am Vortag - wieder kräftig zu. Das Papier kletterte um mehr als 18 Prozent. Die Gigabell-Aktie hatte ihre Berg- und Talfahrt nach Ankündigung des Insolvenzverfahrens am Freitag begonnen.

Mittlerweile macht das Unternehmen den säumigen Investor Costingham für die Eröffnung des eigenen Insolvenzverfahrens verantwortlich. Gleichzeitig wurden neue Anfragen von Übernahme- oder Beteiligungsinteressenten gemeldet.

Händler rät zur Vorsicht

Diese Bekanntgabe habe wohl einige Anleger motiviert, wieder in den Wert einzusteigen, sagte ein Händler. Er persönlich rate jedoch, von Konkurskandidaten zunächst eher die Finger zu lassen. Es sei sinnvoll abzuwarten, ob sich ein Einstieg in "ausgepumpte Werte" aus fundamentaler Sicht lohne.

Der Frankfurter Telekommunikations- und Internetspezialist hatte am Freitag als erstes Unternehmen am Neuen Markt der Frankfurter Börse wegen drohender Zahlungsunfähigkeit das Insolvenzverfahren beantragt. Zuvor war die Firma bereits als Übernahme- und Pleitekandidat gehandelt worden.