Analysten Emfehlungen am Nachmittag

Berenberg rät zum Kauf von SinnerSchrader. ABN Amro empfiehlt, Kinowelt zu verkaufen. Merck Finck gibt für die Lufthansa ein "Outperformer"-Votum. Commerzbank stuft SAP zurück.

frankfurt am Main - Die Übernahme der Hamburger Netmatic durch SinnerSchrader (514 190) bewerten die Analysten der Berenberg Bank (BB) als sehr positiv und empfehlen die Aktie weiterhin langfristig zum Kauf. Die erwarteten Gewinne für 2000/2001/2002/2003 werden mit 0,20/0,37/0,56/0,88 Euro je Aktie angegeben.

Netmatic sei bereits ein "hochprofitables" Unternehmen, das zu deutlichen Ergebnisverbesserungen bei SinnerSchrader beitrage. Durch die Mitarbeiter von Netmatic, die überwiegend im Bereich Software-Engineering tätig seien, könne SinnerSchrader seine Entwicklungskapazität verdoppeln. Hinzu komme, dass der erwartete Kaufpreis von 25 bis 30 Millionen Euro für ein dynamisch wachsendes Technologie-Unternehmen preiswert sei, so die Analysten weiter.

(Chart / Firmenprofil)

Kinowelt: Geringer Finanzspielraum / "Verkauf" (ABN Amro)

Die Analysten der ABN Amro empfehlen den "Verkauf" der Aktien von Kinowelt (628 590). Wie das Finanzhaus schrieb, lässt selbst die gerade angekündigte Wandelanleihe von rund 200 Millionen Euro dem Unternehmen nicht genug finanziellen Handlungsspielraum. Die Markt-Verpflichtungen von Kinowelt lägen bei 36 Prozent gegenüber rund drei Prozent anderer deutscher Film-Vertriebs-Unternehmen.

Darüber hinaus habe Kinowelt im ersten Halbjahr einen negativen Free-Cash-Flow von 128 Millionen Euro verbucht, hieß es weiter. Der Konzern müsse etwa 28 Millionen Euro pro Quartal in zehn Raten für ein Film-Paket von Warner Bros. zahlen. Der sich aus dem Paket ergebende Umsatz reiche jedoch nicht aus, um das im August letzten Jahres getätigte Geschäft zu finanzieren. Der Grund dafür liege in der Weigerung der Kirch- und RTL-Gruppe, Filme aus diesem Paket zu erwerben.

Kinowelt hatte die beiden Konzerne im Poker mit Warner Bros. überboten . Die Experten gehen davon aus, dass jetzt nur noch die Öffentlich-Rechtlichen Sender für den Kauf in Frage kämen. Diese verfügten somit natürlich über eine erhebliche Verhandlungsstärke.

(Chart / Firmenprofil)

Lufthansa: Zugang zu neuen Routen / "Outperformer" (Merck Finck)

Merck Finck hat Lufthansa (823 212)im Hinblick auf eine mögliche Zusammenarbeit mit Eurowings als "Outperformer" bestätigt. Über die Regionalfluggesellschaft könne die Lufthansa Zugang zu einigen kostengünstigen europäischen Routen gewinnen, wie zum Beispiel London-Nürnberg, hieß es. Gewarnt wurde jedoch vor einem Einstieg mit zu hohem Preis.

Die Analystin Pia-Christina Schulze erklärte, die Eurowings betreibe ein rentables Geschäft und dies könnte einen hohen Kaufpreis bedeuten. Günstiger sei möglicherweise eine Partnerschaft, wie sie ja schon von der Lufthansa im Rahmen der Star Alliance betrieben werde.

(Chart / Firmenprofil)

SAP: Geringere Gewinn-Margen / "Halten" (Commerzbank)

Commerzbank Securities hat ihre Kaufempfehlung für den Softwarehersteller SAP (716 460) revidiert und stuft die Aktien des Unternehmens auf "Halten" herunter. Die Experten prognostizieren für das dritte Quartal ein deutliches Absinken der Gewinn-Margen. In erster Line sei das auf das Aktienoptionsprogramm für Angestellte (STAR) zurück zu führen. Die Analysten erwarten daher im dritten Quartal eine niedrigere Vorsteuergewinn-Marge von 2,6 Prozent. Zuvor hatten sie mit sieben Prozent gerechnet.

Auch die Prognosen für die Netto-Gewinn-Marge kürzten sie von vier Prozent auf 1,5 Prozent. Im Gegensatz zu SAP habe der Konkurrent Oracle kürzlich eine erhebliche Verbesserung seiner Margen im ersten Quartal (1. Juni bis 31. August 2000) bekannt gegeben, hieß es weiter.

(Chart / Firmenprofil)