Quelle Forciert sein E-Commerce-Geschäft

Das Versandhaus will bereits im Jahr 2001 über eine Milliarde Mark im Internethandel umsetzen. Im laufenden Geschäftsjahr soll sich der Umsatz bereits verdreifachen und rund 500 Millionen Mark erreichen.

München - Quelle-Vorstandsmitglied Mirko Meyer-Schönherr sieht sich im Internethandel in Deutschland deutlich vor dem Konkurrenten Otto. "Der Abstand wird sich in diesem Jahr eher vergrößern", sagte der Verantwortliche für Neue Medien.

Meyer-Schönherr kündigte eine Internetinitiative des Quelle-Konzerns an, mit der der Konzern sein E-Commerce-Geschäft erheblich vorantreiben will.

Konkurrent Otto hatte bereits seine Stärke im Internet bewiesen und nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2000/2001 rund 1,2 Milliarden Mark umgesetzt. Dieser Wert bezieht sich allerdings nach Meinung von Meyer-Schönherr auf das weltweite Geschäft. In Deutschland habe Quelle die Nase von.

Die Deutschland-Umsätze des Nürnberger Handelsriesen hätten im vergangenen Jahr bei 150 Millionen Mark gelegen, während Otto laut Meyer-Schönherr im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 von 120 Millionen Mark umsetzte.

Quelle setzt auf Entertainment

Um das Onlinegeschäft weiter anzukurbeln hat Quelle zunächst seine Internetseite überarbeitet. Am 25. September soll die Website freigeschaltet werden. Neben einer optischen Neugestaltung sollen Spiele, Preisausschreiben, Wetten und Beratungbereiche eine größere Rolle spielen. Dafür ist Quelle eine Kooperation mit der Crazyclick AG, Salzburg, eingegangen.

Darüber hinaus hat das Versandhaus bereits im vergangenen Monat 1500 der 7000 Quelle-Shops in Deutschland umgebaut und mit einem Internet-Zugang ausgestattet.

Keine Verschmelzung der KarstadtQuelle-Unternehmen im Internet

Zu einer Verschmelzung der Internetauftritte der KarstadtQuelle-Unternehmen Neckermann, Quelle und Karstadt sollte es nach Meinung von Meyer-Schönherr jedoch nicht kommen. "Das sind drei sehr starke Marken", so Meyer-Schönherr.

Derzeit entfallen auf den Versandhandel laut Quelle-Angaben etwa fünf Prozent der Erlöse des deutschen Einzelhandels. Dieser Wert sei über lange Jahre hinweg stabil gewesen, sagte Meyer-Schönherr. Durch die neuen Möglichkeiten des Internets werde dies nun aber aufgebrochen. Dabei zeige sich, dass der durchschnittliche Wert der Online-Bestellungen um etwa 20 Prozent über den traditionellen Orders liege.