Euro Neues Rekordtief markiert

Die Gemeinschaftswährung ist auf ein weiteres Rekordtief eingebrochen und hat erstmals in seiner Geschichte weniger als 0,85 Dollar gekostet.

Frankfurt am Main - Der Euro wechselte am Dienstagmorgen zum Rekordpreis von 0,8487 Dollar den Besitzer. Damit war die US-Devise 2,3045 Mark wert.

Zu der Währung fehlten derzeit volkswirtschaftliche Vorgaben, sagten Devisenhändler. Deshalb behalte der Euro seine Kursrichtung der Vormonate bei und gehe abwärts. Der Markt warte gespannt auf mögliche Maßnahmen beim Treffen der G7-Finanzminister am kommenden Wochenende in Prag.

In den 1980er Jahren hatten führende Industrienationen im Louvre- und Plaza-Abkommen sich auf Maßnahmen verständigt, um den damaligen Dollar-Höhenflug abzubremsen.

Schwache Aktienmärkte könnten dem Euro helfen

Das Einzige, was den Euro derzeit beflügele, seien die schwächelnden Aktienmärkte in New York und Tokio, sagten Händler. Die Kapitalflüsse könnten sich angesichts der "trüben" Aussichten für US-Aktien umkehren.

Gerüchte über Gewinnwarnungen von US-Unternehmen sorgten für weitere Hoffnung, dass die Anleger künftig wieder in Euroland investieren.

Intervention der EZB scheint derzeit unwahrscheinlich

"Der Euro wird weiter fallen, sofern die EZB nicht auf dem Devisenmarkt interveniert", sagte dagegen ein japanischer Devisenhändler. Noch besser sei eine gemeinsame Aktion zur Stützung des Euro mit Hilfe der US-Notenbank (Fed).

Vor Beginn des US-Wahlkampfes hält der Händler einen solch wichtigen politischen Schritt für unwahrscheinlich. Nachdem der Euro die 0,85-Dollar-Marke unterschritten habe, warte die nächste Unterstützungslinie bei 0,84 Dollar.

Die Ölpreise hätten erst indirekt Einfluss auf den Euro. Sollte die Wirtschaft der Euro-Zone zu heftig unter dem Ölpreis-Anstieg leiden und den Euro nach unten ziehen, müssten sich die geldpolitischen Entscheider in Japan und den USA gemeinsame Schritte zur Euro-Rettung überlegen.