Olympia Vierer-Gold mit Weltrekord

Das Velodrome von Sydney wird zur Goldgrube. Zwei Tage nach der Triumphfahrt von Robert Bartko eroberte der Bahnrad-Vierer in Weltrekordzeit das zweite Gold der Spiele für das deutsche Team.

Sydney - Der deutsche Bahn-Vierer knüpfte im Finale von Sydney gegen die Ukraine an seine große olympische Tradition an. Zum fünften Mal gewann ein BDR-Quartett Olympia-Gold. Es durchbrach dabei in der Weltrekordzeit von 3:59,781 die "Schallmauer" von vier Minuten.

Weitere Medaillen-Hoffnungen erfüllten sich am vierten Wettkampftag vorerst nicht, an dem Dieter Baumann vergeblich auf Gnade des Internationalen Leichtathletik-Verbandes hoffte. Für weitere Pleiten aus deutscher Sicht sorgten Degenfechterinnen, Schützen und nicht zuletzt Franziska van Almsick, die ihr wahrscheinlich letztes olympisches Einzel-Rennen bestritt.

Tennis-Profi Nicolas Kiefer gab sein Erstrundenmatch wegen einer Verletzung auf. Einzig die Ruderflotte beklagt noch keinen Ausfall. Auch Mistral-Surferin Amelie Lux blieb auf Siegkurs.

Military-Hoffnungen geplatzt

Nur zwei Sätze dauerte das olympische Tennis-Turnier für Nicolas Kiefer. Wegen einer erneut aufgebrochenen Adduktorenverletzung musste der 23-Jährige sein Auftaktmatch gegen den Franzosen Arnaud di Pasquale beim Stande von 4:6, 3:6 aufgeben. Siegreich starteten dagegen Jana Kandarr und Rainer Schüttler.

Deutschlands Military-Reiter haben die angestrebte Medaille verpasst. Nach dem Springen beendete die Equipe den dreitägigen Wettbewerb auf Platz vier. Gold errangen zum dritten Mal in Folge die Australier.

Keine Gnade für Baumann

Das Council des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF lehnte ein Gnadengesuch des DLV für Dieter Baumann ab. Die am Montag vom IAAF-Schiedsgericht verhängte zweijährige Dopingsperre hat damit weiter Bestand.

Unterdessen gibt die Affäre um die gedopten rumänischen Gewichtheber weiter Rätsel auf. Mit Traian Ciharean ist inzwischen einer der von Olympia ausgeschlossenen Athleten spurlos verschwunden.

Van Almsick taucht ab

Die deutsche Meisterin Franziska van Almsick bestritt am Dienstag wahrscheinlich ihr letztes olympisches Einzelrennen. In den Vorläufen über 200 Meter Schmetterling belegte sie nur den 28. Platz unter 36 Teilnehmerinnen. Die 4 x 200 Meter Freistil-Staffel der Männer kam mit der viertbesten Vorlaufzeit weiter, Christian Tröger erreichte über 100 m Freistil das Halbfinale.

Degen-Frauen ohne Medaille

Die hoch gehandelten Degen-Frauen fahren ohne Medaille nach Hause. Imke Duplitzer, Claudia Bokel und Katja Nass unterlagen im Viertelfinale des Mannschafts-Turniers dem Team aus Russland und beendeten den Wettbewerb nach einem 33:45 gegen Frankreich als Sechste.

Die Pistolenschützen Hans-Jürgen Bauer-Neumaier und Artur Gevorgian setzten die deutsche Misserfolgsserie am Schießstand fort und schieden als 20. bzw. 32. im Vorkampf aus. Einen Tag nach ihrem fünften Platz im Trap-Schießen verfehlte Wurftaubenschützin Susanne Kiermayer das Finale in der Disziplin Doppeltrap.

Ruderer im Finale

Die Bilanz auf dem Penrith Lake ist dagegen weiter makellos. Elf Boote des Deutschen Ruder-Verbandes haben sich bis jetzt für Halbfinale oder Endlauf qualifiziert. Auf Medaillenkurs surft Amelia Lux. Mit dem dritten Sieg im vierten Rennen baute sie ihre Führung in der Gesamtwertung weiter aus.

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