Euro Weiterer Wertverlust erwartet

Die Einheitswährung hat an den Devisenmärkten weiter an Wert verloren. Der EZB-Beschluss, Dollar und Yen zu verkaufen, hat keine Wirkung gezeigt. Analysten prognostizieren einen Kursverfall auf 82 Cent.

Frankfurt am Main - Die Ankündigung von Devisenverkäufen durch die Europäische Zentralbank (EZB) sorgte am Donnerstag nur kurzfristig für eine Erholung des Euro, später fiel die Währung wieder ab.

Gegen 16.30 Uhr zahlten Devisenhändler in Frankfurt nur noch 0,8621 Dollar für die Gemeinschaftswährung, nachdem der Euro gegen Mittag mit 0,8720 Dollar gehandelt wurde.

Die EZB hatte zuvor bekannt gegeben, in den nächsten Tagen für 2,5 Milliarden Euro Dollar- und Yen-Bestände zu verkaufen. Die Entscheidung, akkumulierte Zinserträge aus Devisenreserven in Höhe von 2,5 Milliarden Euro zu veräußern, habe der Zentralbankrat bereits auf seiner Sitzung am 31. August getroffen, erklärte die EZB.

Der Schritt der Notenbank könne als eine Art Versuchsballon gewertet werden, erklärten Analysten der Deutschen Bank Research. Von daher handele es sich um eine Intervention.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 0,8693 (Mittwoch: 0,8654) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2499 (2,2600) Mark. Zu anderen wichtigen Währungen legten die Währungshüter die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6133 (0,6142) britische Pfund, 93,15 (92,83) japanische Yen und 1,5265 (1,5286) Schweizer Franken fest.

"Der Euro wird wohl weiter an Wert verlieren", sagte Devisen-Händler Kurt Marketant von der Baden-Württembergischen Bank. Der Experte erwartet ein Sinken auf 0,82 Cent. Dieses Niveau dürfte in diesem oder Mitte nächsten Monats erreicht werden.

Eine Zinserhöhung wäre ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, auch wenn dies nicht das Allheilmittel gegen die Euro- Schwäche sei. "Zur Zeit geht der Trend dahin, aus der Gemeinschaftswährung auszusteigen - und dieser Trend wird exzessiv ausgelebt."