Otto Legt im Internet zu

Der Versender hat seinen via Internet abgewickelten Umsatz in Deutschland auf 120 Millionen Mark verdreifacht. In zehn Jahren soll jede fünfte Umsatzmark von Otto über das WWW generiert werden.

Hamburg - Der elektronische Handel gewinnt neben dem Großhandel und dem Stationärgeschäft eine zunehmende strategische Bedeutung in der Ausrichtung des Unternehmens zum "Multichannel Anbieter", sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Otto bei der Bilanzvorlage.

Im vergangenen Geschäftsjahr habe sich der ausschließlich über das Internet abgewickelte Umsatz in Deutschland auf 120 Millionen Mark verdreifacht, die Tendenz sei weiter "dynamisch" steigend. Otto betonte, dass das Internet die am zügigsten wachsende Vertriebsform darstelle. Am gesamten Einzelhandel sei in zehn Jahren ein Anteil von zehn Prozent durchaus denkbar.

Die Otto-Gruppe besitze dabei ehrgeizigere Ziele. Hier soll der Internet-Anteil in diesem Zeitraum mindestens 20 Prozent erreichen. Zudem würden Start-Up-Unternehmen in Joint Ventures aufgebaut.

Auslandsumsatz übersteigt erstmals Inlandserlöse

Insgesamt erwirtschaftete die Handelsgruppe weltweit den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 1999/2000 (29. Februar) ein Umsatzplus von 21,9 Prozent (organisch plus elf Prozent) auf 40,1 Milliarden Mark. Der Jahresüberschuss legte dabei auf 629 (511) Millionen Mark zu. Die Umsatzrendite sei so auf 2,5 (2,1) Prozent erhöht worden.

Erstmals erzielte Otto im Ausland (51 Prozent) mehr Umsatz als im Inland. Dieser Trend wird sich nach Überzeugung des Vorstandes fortsetzen. Die Auslandspotenziale seien noch nicht ausgeschöpft. Zudem sei davon auszugehen, das dort überproportionale Wachstumschancen zu generieren seien.

Der Konzern, ohne die US-amerikanische Spiegel-Gruppe und andere nicht konsolidierte Unternehmen, habe im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um 7,3 Prozent gesteigert. Der Otto Versand als Einzelunternehmen wies eine Zuwachsrate von 4,1 Prozent auf 6,6 Milliarden Mark bei einem Jahresüberschuss von 390 (275) Millionen Mark aus.

Auch das laufende Jahr habe sich erfreulich angelassen. In den ersten sechs Monaten habe der weltweite Umsatz um 13 Prozent zugelegt und sich das Inlandsplus auf elf Prozent belaufen. Für das Gesamtjahr wurden ähnliche Steigerungsraten erwartet.