CPU Bußgeld wegen Ad-hoc-Verstoß

Die Softwarefirma muss wegen des Verstoßes gegen die Ad-hoc-Publizität mehrere zehntausend Mark Strafe zahlen. Das Bußgeld hat das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel verhängt.

Augsburg - CPU hatte im November vergangenen Jahres auf der Computermesse "Comdex" in Las Vegas vor einer kleinen Gruppe deutscher Journalisten das Abrutschen in die Verlustzone angekündigt, die Ad-hoc-Meldung jedoch erst zwei Tage später veröffentlicht.

In Las Vegas hatte das Unternehmen die Gewinnerwartung für das Geschäftsjahr 1999 von 11,4 Millionen Mark Gewinn auf 4,5 Millionen Mark Verlust korrigiert. Die genaue Höhe der Strafe wollte CPU nicht bekannt geben. Mit "einigen zehntausend Mark" liege sie aber deutlich unter der maximalen Strafe von drei Millionen Mark.

Nach Angaben von Unternehmenssprecher Jürgen Rönsch habe das Bundesaufsichtsamt strafmildernd berücksichtigt, dass es sich um den ersten Verstoß gegen die Regeln gehandelt habe. Das Ermittlungsverfahren gegen CPU sei damit abgeschlossen. Der damalige Vorstandsvorsitzende Jochen Furch hatte seinen Posten Ende Mai niedergelegt.

Auch Infomatec ist im Visier der Aufsichtsämer

Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt ebenfalls gegen die Infomatec AG wegen des Verdachts unzutreffender Ad-hoc-Mitteilungen und Insidergeschäften. Der leitende Oberstaatsanwalt des Landgerichts Augsburg Reinhard Nemetz erklärte, die Ermittlungen seien aufgrund anonymer Anzeigen in Gang gekommen, wann mit einer Eröffnung des Hauptverfahrens zu rechnen sei, könne er nicht sagen.

Zugleich bestätigte Nemetz den Eingang einer Strafanzeige der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre (SdK). Die SdK hatte Anzeige wegen Kursbetruges und Insiderhandels gestellt.

Nach den Vorschriften der Deutschen Börse muss eine möglicherweise kursrelevante Information aber unverzüglich auf elektronischem Wege der Bereichsöffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.