RTL Group Big Brother als Goldesel

Das TV-Unternehmen steigert Umsatz und Gewinn deutlich. Eine Ursache ist das Live-Spektakel Big Brother. Damit der Medienrummel um das Zugpferd nicht abreißt, startet am Wochenende die zweite Staffel der Container-Show.

Hamburg / Berlin - Die im April dieses Jahres aus dem Zusammenschluss CLT/Ufa und Pearson TV hervorgegangene RTL Group hat ihren Umsatz und Gewinn vor Steuern deutlich steigern können.

Der Gewinn vor Steuern wurde im ersten Halbjahr 2000 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 46 Prozent auf 316 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz ist um 21 Prozent auf zwei Milliarden Euro gewachsen.

Als Ursache des Umsatzschubs gab der Vorstandsvorsitzende Didier Bellens unter anderem die Ausstrahlung der TV-Reihe "Big Brother" auf einigen Kanälen an.

80.000 Mark für 30 Sekunden Werbung

Damit das Unternehmen auch künftig gute Zahlen präsentieren kann, starten die RTL und RTL II am Samstag die zweite Staffel des TV-Spektakels "Big Brother".

Die Zuschauerzahlen der ersten Staffel haben den Privatsender mit guten Quoten verwöhnt. In Deutschland verfolgten durchschnittlich 19,7 Prozent der von RTL II anvisierten, werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen die Container-Show.

Beim Finale am 8. Juni verzeichnete der Sender Marktanteile von bis zu 53,6 Prozent der Zielgruppe. Den Einzug von Verona Feldbusch verfolgten am 18. Mai 7,5 Millionen Zuschauer - ein neuer Zuschauerrekord für RTL II.

Die Sender und Produzenten wittern das große Geschäft. RTL II setzte allein bei der ersten Staffel 55 Millionen Mark Werbegelder um. Zur zweiten Staffel klinkte sich der große Bruder RTL ein, um die Sahnehäubchen zu erobern. RTL überträgt die samstäglichen Entscheidungsshows und verlangt Spotpreise für den 30-Sekünder von mehr als 80 000 Mark.

Der Produzent Endemol, inzwischen auch in England, Spanien, in den USA und neuerdings auch in Italien mit "Big Brother" vertreten, hofft auf hohe Umsätze mit "BB"-Artikeln und Liedern der Kandidaten, vor allem übers Internet. Der Bauer-Verlag erhofft sich vom Verkauf der Fan-Zeitschrift gleichfalls einen ordentlichen Erlös.

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