Samstag, 20. April 2019

Billigflieger Wie O'Leary Ryanair wieder auf Kurs bringen will  

Übt sich als Kundenversteher: Ryanair-CEO Michael O'Leary

2. Teil: Werbefreie Flüge - und keine Horror-Gebühren mehr

Jetzt soll eine Charm-Offensive die Wende bringen. Nicht nur, dass der umtriebige O'Leary seinen Kunden jetzt auf Twitter Rede und Antwort steht und sogar einen persönlichen Briefkasten für Kundenbeschwerden eingerichtet hat. Auch für die nicht gerade service-verwöhnten Ryanair-Kunden soll sich an der laut O'Leary "brüsken Unternehmenskultur" einiges ändern.

So hat Ryanair bereits angekündigt, für das Aufgeben von Gepäck statt rund 60 Euro künftig nur noch 30 Euro zu berechnen. Das erneute Ausstellen vergessener Online-Bordkarten soll mit künftig 15 Euro nur noch einen Bruchteil der einst 70 Euro kosten. Und selbst ein zweites Stück Handgepäck soll künftig an Bord erlaubt werden. Und auf sehr frühen und späten Flügen sollen den Kunden künftig nervtötende Werbedurchsagen und Rubbellosaktionen erspart bleiben.

Kunden dürfen sich ihre Sitze aussuchen

Den überraschendsten Vorstoß präsentierte die Airline allerdings am Montag: Wie beim Konkurrenten Easyjet Börsen-Chart zeigen, der bislang deutlich besser durch die Krise flog, sollen sich Kunden auch bei Ryanair künftig ihre Sitze aussuchen dürfen - für einen Aufpreis, versteht sich. Und auch Gruppen können künftig zusammen sitzen können.

Hoffnungen, dass die Neuerungen noch im laufenden Geschäftsjahr durchschlagen, macht sich der Billigflieger allerdings nicht. Das könnte ein bis eineinhalb Jahre dauern, hieß es am Montag.

Die Gefahr, dass die eigenwillige Airline ganz auf Mainstream einschwenkt, scheint indes nicht gegeben: Den traditionelen Ryanair-Kalender zumindest, für den die Stewardessen der Airline ihre Uniform mit einem Bikini tauschen, wird es auch für 2014 geben. Das Charity-Projekt, für das in der Vergangenheit auch Michael O'Leary gerne die Werbetrommel rührte, läuft weiter - der Kalender ist seit einer Woche wieder zu haben.

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