AOL Fusion steht auf der Kippe

Auch wenn Konzernchef Steve Case Optimismus verbreitet: Die Fusion seines Unternehmens mit Time Warner steht auf der Kippe. Die Wettbewerbshüter in Washington und Brüssel stoßen sich besonders an der geplanten Zusammenlegung des Musikgeschäfts.

Brüssel - Am Donnerstag dürften sich die Protagonisten der beiden Wettbewerbsbehörden dies- und jenseits des Atlantiks, EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti und der Chairman der US-Federal Trade Kommission (FTC), Robert Pitofsky, über den Weg laufen. Anlass ist eine zweitägige Veranstaltung in Brüssel zum zehnjährigen Bestehen der EU-Fusionskontrolle. In der Kommission hieß es derweil, der AOL/Time Warner/EMI-Deal "wird eng".

Monti und Pitofsky wollen der Fusion AOL/Time Warner sowie der Zusammenlegung des Musikgeschäfts von EMI/Time Warner Music - wenn überhaupt - nur unter strengen Auflagen zustimmen. Die bisherigen Zugeständnisse seien nicht ausreichend gewesen, wie zuletzt bei Verhandlungsbeteiligten hieß.

Den Unternehmen haben noch zwei Wochen, um Konzessionen zu machen

In der Kommission wird betont, dass noch nichts entschieden sei. "Wir werden den Deal nur verbieten, wenn wir hieb- und stichfeste Gründe dafür haben", hieß es jetzt im Umfeld Montis. Die kartellrechtlichen Schwierigkeiten seien bei der "kleineren" Fusion EMI/Time Warner größer. Würde diese genehmigt, bedeutete dies weitreichendere Schwierigkeiten bei AOL/Time Warner.

Monti befürchtet, dass die Unternehmen durch die Verbindung von Internet-Plattform und Inhalten als "integrierter Medienkonzern" den Wettbewerb um Inhalte im Internet, wie etwa den digitalen Vertrieb von Musik, behindern könnten. Die Unternehmen haben noch knapp zwei Wochen Zeit, Konzessionen zu machen. Die EU-Kommission muss im Fall von AOL/Time Warner bis zum 24. Oktober entscheiden, bei EMI/Time Warner Music bis zum 18. Oktober.

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