Allianz Weiter auf Wachstumskurs

Der Versicherungsriese hat vom immer stärkeren Interesse an Kapitalanlagen in Deutschland profitiert. Das Umsatz- und Ergebniswachstum liegt über den Erwartungen von Analysten.

München - Der Münchener Allianz-Konzern hat durch Veräußerungsgewinne sein Ergebnis im ersten Halbjahr um 30 Prozent gesteigert und damit die Analysten-Erwartungen übertroffen.

Der Halbjahresüberschuss nach Goodwill-Abschreibungen und Anteilen Dritter sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 400 Millionen Euro auf 1,6 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Allianz am Mittwoch in München mit. Allerdings sei ein Großteil der für das gesamte Jahr geplanten Veräußerungsgewinne bereits in der ersten Jahreshälfte verbucht worden, hieß es.

Die Bruttobeiträge stiegen den Angaben zufolge um 5,5 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro. An den Prognosen für das Gesamtjahr hielt der Versicherungskonzern fest.

Deutlicher Gewinnanstieg dank Sondereffekte

Der Gewinn je Aktie verbesserte sich den Angaben zufolge im ersten Halbjahr auf 6,51 Euro von 5,03 Euro. Die Experten-Schätzungen hatten in einer breiten Spanne von 4,14 und 5,60 Euro gelegen. Unsicherheiten hatte es aber darüber gegeben, welche Verkaufsgewinne der Konzern schon im ersten Halbjahr verbuchen würde.

"Der Anstieg ist hauptsächlich auf Sondereffekte zurückzuführen", sagte WestLB-Panmure-Analyst Carsten Zielke. Der Konzern habe bei der Bewertung von Kapitalanlagen auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Rechnungslegungen ausgenutzt. "Das gestiegene Ergebnis aus Kapitalanlagen ist hauptsächlich auf diesen Effekt zurückzuführen", sagte Zielke.

An der Börse drehten die Allianz-Aktien nach der Veröffentlichung der Zahlen ins Minus und notierten um 0,8 Prozent schwächer auf 379,90 Euro.

Der deutliche Anstieg des Ergebnisses vor Steuern und Abschreibungen auf den immateriellen Firmenwert von fast 50 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro sei vor allem das gestiegene Ergebnis aus Kapitalanlagen zurückzuführen, teilte die Allianz weiter mit. Dieses habe um 36,6 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro zugelegt.

Preiserhöhungen wirkten sich positiv aus

In der Sparte Schaden- und Unfallversicherung erhöhten sich die Bruttobeiträge den Angaben zufolge um 5,2 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro. In Europa hätten sich die Preiserhöhungen für Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungen positiv ausgewirkt, hieß es.

Die Schadenquote habe sich gegenüber dem zweiten Halbjahr 1999 merklich verbessert. Der Überschuss in dieser Sparte wuchs um rund 33 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Bei den Lebens- und Krankenversicherungen stiegen die Bruttobeiträge um 6,1 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro, der Überschuss um fast 70 Prozent auf 419 Millionen Euro.

Pimco erstmalig konsolidiert

Im Bereich Vermögensverwaltung wurde die amerikanische Pimco erstmals ab Mai konsolidiert. Das verwaltete Vermögen betrug Ende Juni insgesamt 647 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis von Pimco sei mit 124 Millionen Euro um zehn Prozent besser ausgefallen, als geplant.

An ihren Prognosen für das Gesamtjahr hielt die Allianz fest. Demnach sollen die Bruttobeiträge um vier Prozent auf rund 56 Milliarden Euro und der Jahresüberschuss um zehn Prozent auf 2,2 Milliarden Euro steigen. In dieser Prognose seien aber die positiven steuerlichen Sondereffekte, die sich aus der Steuerreform ergäben, noch nicht enthalten, hieß es.

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