HypoVereinsbank Grünes Licht für die Fusion

Unternehmens-Chef Albrecht Schmidt spricht von einem "Meilenstein". Die Fusion mit der Bank Austria kann ohne Barabfindung an die Aktionäre abgewickelt werden. Ein Scheitern scheint damit ausgeschlossen.

Wien/München - Der Zusammenschluss der HypoVereinsbank mit der Bank Austria hat die entscheidende Hürde genommen. Die HypoVereinsbank muss den Aktionären des größten österreichischen Kreditinstituts kein Barangebot machen.

Das teilte die österreichische Übernahmekommission am Mittwoch in Wien mit. Der Beschluss war mit Spannung erwartet worden, weil die Münchner angekündigt hatten, im Falle einer Barabfindung die Fusion platzen zu lassen.

"Wichtiger Meilenstein" auf dem Weg zur Integration

HypoVereinsbank-Chef Albrecht Schmidt wertete die Entscheidung als "wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Integration der Bank Austria". Am 27. September soll die Hauptversammlung der Bank Austria endgültig den Weg frei machen für den Zusammenschluss.

Durch die Übernahme der Bank Austria wird die HypoVereinsbank, in Deutschland die Nummer zwei, nach eigener Einschätzung mit einer Bilanzsumme von 650 Milliarden Euro und über 2000 Filialen zum Marktführer in Mittel- und Osteuropa.

Die Bank Austria soll nach dem Zusammenschluss eigenverantwortlich für die Aktivitäten des Gesamtkonzerns in Südost- und Mitteleuropa tätig sein. In Europa wird die fusionierte Bank nur von der Deutschen Bank und der BNP Paribas übertroffen.

HypoVereinsbank umgeht das Abfindungsangebot

Das Zusammengehen beider Geldinstitute sei "kein Übernahmeangebot im Sinne des Übernahmegesetzes", begründete das Aufsichtsgremium seine Entscheidung. Die beiden Banken wollen ihren Zusammenschluss mit einem Aktientausch im Verhältnis eins zu eins abwickeln.

Der Kurs der Bank Austria-Aktie kletterte nach der Entscheidung um zwischenzeitlich 2,5 Prozent auf rund 63 Euro. Die HypoVereinsbank-Aktie sank um knapp zwei Prozent auf 65 Euro.

Nach österreichischem Recht muss ein Übernahme-Interessent den Aktionären ein Abfindungsangebot machen, sobald er 30 Prozent der Aktien des Übernahmekandidaten hält. HypoVereinsbank und Bank Austria haben diese Bestimmung durch den hundertprozentigen Aktientausch umschifft.

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