Microsoft Verzeiht den Nutzern ihre Fehler

Viele Windows-Nutzer dürften sich fragen, weshalb der Softwareriese schon wieder eine neue Version herausbringt. Immerhin enthält "Windows Me" ein sinnvolles "Tool": Es stellt nach einem Absturz die Systemeinstellungen wieder her.

München - Auf einen solchen "Rettungsanker" für verzweifelte Computernutzer dürften viele Windows-Nutzer lange gewartet haben. Das Microsoft-System gilt als störanfällig und selbstgefällig: Häufig bewegt sich auf dem Bildschirm gar nichts mehr. Wenn der entnervte Nutzer den Computer schließlich ausschaltet, muß er sich nach dem erneuten Anschalten "Bedienungsfehler" vorwerfen lassen.

"Die Fehler des Anwenders werden verziehen", bringt Microsoft-Produktmanager Alfons Stärk die firmentypische Arroganz zum Ausdruck. "Windows Me" (Millennium Edition) sei nicht nur zuverlässiger, sonden auch leichter zu bedienen und besser tauglich für Multimedia- Anwendungen als seine zahlreichen Vorgänger.

Anlaß zur Euphorie besteht allerdings nicht. "Windows Me" baut auf die gleiche Technologie wie "Windows 98" auf, Änderungen im Kern gibt es wenig. Einen deutliche Änderung plant Microsoft erst mit dem für 2001 geplanten System "Windows.NET". Das soll im Rahmen der Firmenstrategie "Microsoft.NET" das Betriebssystem stärker mit dem Internet verknüpfen.

Ob sich der Umstieg von "Windows 98" auf "Windows Me" lohnt, ist somit umstritten. "Außer netten Beigaben wie Movie Maker, Internet-Spielen und PC-Health bleibt nur wenig Neues", schreibt das Fachmagazin c't.

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