Direkt Anlage Bank Mit französischem Partner zum größten E-Broker Europas

Die Münchner, bislang eher im Schatten ihrer Konkurrenten ConSors und Comdirect, verbünden sich mit dem französischen Wettbewerber Self Trade und werden zum größten E-Broker in Europa.

München - Die Direkt Anlage Bank und die französische Self Trade S.A. werden künftig unter dem Dach der DAB als pan-europäisches E-Brokerage-Unternehmen auftreten. Das haben die Vorstände beider Unternehmen am Mittwoch in München angekündigt. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete die Transaktion als "partnerschaftliche Übernahme", die das größte europäische E-Brokerage-Unternehmen entstehen lasse.

Es ist die erste Akquisition der Münchner im Ausland. Die Direkt Anlage Bank bietet eine ihrer Aktien für vier Self-Trade-Papiere. Das entspricht einer Prämie von 21 Prozent auf den letzten Schlusskurs des französischen Brokers.

Charles Beigbeder, CEO von Self Trade, werde in den Vorstand von DAB aufrücken und insbesondere für die internationalen Aktivitäten zuständig sein.

Zur Finanzierung des Geschäftes plant die DAB eine Kapitalerhöhung. Diese soll von einer ausserordentlichen Hauptversammlung im November genehmigt werden.

Insgesamt verfügten die Unternehmen über einen Kundenstamm von 325.000 Kunden zum Ende des 1. Halbjahres 2000 und über ein verwaltetes Vermögen von 12,5 Milliarden Euro. Das sichere der DAB Rang drei, gemessen an der Anzahl der Kundendepots.

Das Gemeinschaftsunternehmen sei besonders stark auf den beiden wichtigsten europäischen Online-Brokerage-Märkten, Deutschland und Frankreich, vertreten. Zudem sei das Unternehmen in Großbritannien, Italien, Spanien und in der Schweiz präsent.

Die wichtigsten Anteilseigner von Self Trade, darunter seien auch die Vorstände, die zusammen 68 Prozent der Anteile hielten, hätten bereits zugestimmt, ihre Anteile in DAB-Aktien umzutauschen.

Ein identisches Tauschangebot werde - vorbehaltlich der Zustimmung der französischen Börsenaufsicht - auch allen anderen Anteilseignern unterbreitet.Auf der Grundlage des Schlusskurses von DAB am Dienstag in Höhe von 62 Euro und unter Berücksichtigung des Verwässerungseffekts werde Self Trade mit insgesamt 911 Millionen Euro bewertet, teilte das Unternehmen mit.

Die Münchner HypoVereinsbank, Hauptaktionär der DAB, habe ihre Zustimmung zur nötigen Kapitalerhöhung bereits signalisiert.

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