Chase/J.P.Morgan Die Erben des Öl-Barons und des Eisenbahnkönigs lassen keinen Ausländer rein

Wenn sich zwei der ältesten Namen der US-Finanzbranche zusammenschliessen und dabei einen Ausländer - die Deutsche Bank - ausbooten, hat das auch etwas mit Nationalstolz zu tun.

New York - Als Bank ist J.P. Morgan beinahe 150 Jahre alt - ein Veteran der sonst jüngeren US-Bankenszene. Zur Jahrhundertwende war das Institut das einflussreichste der Vereinigten Staaten, als J. Pierpont Morgan per Anleihen Kapital für seinen Eisenbahnbau einsammelte. Damit wurde er praktisch zum Zentralbanker der USA.

Auch Chase gehört zu den ältesten Namen im US-Finanzgewerbe. Die Wurzeln des Instituts reichen zurück bis in das Jahr 1799. Rund 130 Jahre später fusionierte die Bank mit Rockefeller's Equitable Trust. Der Neffe des Ölbarons David Rockefeller führte die Bank von 1961 bis 1981. Vor vier Jahren kaufte die New Yorker Chemical Bank das Institut, behielt aber den Traditionsnamen bei.

Vor einem Jahrhundert wäre eine Zusammenarbeit zwischen Morgan und Rockefeller undenkbar gewesen. Beide waren sich spinnefeind - vor allem Morgan vermied jede Begegnung mit dem Ölbaron Rockefeller und dessen Standard Oil-Monopol.

Pierpont Morgan bezeichnete Rockefeller als "Rüpel", während Rockefeller, der reichere der beiden, Morgan als "aufgeblasen" abqualifizierte, schreibt der Autor Chernow in seinem Buch "The House of Morgan".

"Die Fusion ist auch ein defensiver Schritt, um das nationale Erbe zu erhalten und vor ausländischem Einfluss zu bewahren", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg einen US-Fondsmanager.

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