OM Gruppen iX-Stopp ist der "richtige Schritt"

Der schwedische Börsenbetreiber hat einen ersten Etappensieg verbuchen können. Londons Rückzieher wirke sich positiv auf das eigene Übernahmeangebot aus. Analysten bestätigten diese Einschätzung.

Stockholm - Der Rückzug der Fusionspläne der London Stock Exchange (LSE) mit der Deutschen Börse ist von der schwedischen OM-Gruppen begrüßt worden. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Anna Eriksson, Sprecherin des Finanzmarktbetreibers.

Das Unternehmen sieht für sein Übernahmeangebot nach dem Abbruch der iX-Fusionspläne nun bessere Chancen. Jakob Haakanson, verantwortlich für Investor Relations, sagte, dass die jüngste Entwicklung positiv sei.

Man habe schon immer gesagt, dass iX ein Fehler sei und fühle sich darin nun bestätigt. "Wir glauben nicht, dass das negativ ist", sagte Haakanson danach befragt, ob dieses Entwicklung OM Gruppen helfe.

Gegenwärtig habe OM Gruppen das einzige Angebot auf den Tisch gelegt, doch weitere Angebot anderer Adressen könnten folgen, so Haakanson. Darüber, ob OM bereits mit anderen Börsen Gespräche über zukünftige Allianzen geführt habe, äußerte er sich nicht.

Der Aktienmarkt kürt OM als Gewinner

Die OM-Aktie ist am Dienstagnachmittag nach Bekanntgabe des Rückzuges der LSE deutlich gestiegen. Mattias Gredmark, Finanz-Analyst von Merita Nordbanken, kommentierte, OM werde durch den Schritt gewinnen, egal wie die Geschichte jetzt ausgehe. Das liege am gestärkten internationalen Profil und dem Zeitgewinn, den der Zusammenbruch der Fusion von London und Frankfurt dem eigenen Börsensystem Jiway bringe.

Gredmark zufolge war es von Anfang an die Strategie von OM, die Fusion mit Frankfurt zu torpedieren, jetzt seien die Schweden damit letztlich erfolgreich. Allerdings seien aus kulturellen Gründen die Chancen von OM, die LSE zu übernehmen, nur ein wenig gewachsen.

Olof Steenhammar, Vorsitzender der OM, hatte die iX zuvor als veraltetes Konzept kritisiert, bei dem zwei nationale Börsen fusionieren würden. Technologische und wirtschaftliche Veränderungen seien bei den Plänen nicht berücksichtigt worden.