Aldi Nord/Lidl/Wal-Mart Kartellamt untersagt Niedrigstpreise

Die Discounter dürfen Grundnahrungsmittel nicht mehr unter Einstandspreis verkaufen. Das Bundeskartellamt hat im Preiskrieg erstmals ein Machtwort gesprochen.

Bonn - Die großen Ketten hätten Milch, Butter, Zucker, Mehl und Reis unter Einstandspreis verkauft und verstießen damit gegen das Wettbewerbsrecht, monierte das Bundeskartellamt. Dadurch sei auf Dauer der Wettbewerb gefährdet, denn kleinere Konkurrenten würden so aus dem Markt gedrängt.

Wie Kartellamtspräsident Ulf Böge betonte, sei die Entscheidung des Kartellamtes nicht gegen die Verbraucher gerichtet. Denn die profitierten in Wirklichkeit kaum von den Niedrigpreisen. In einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt liege der Anteil der Ausgaben für die beanstandeten Produkte nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes deutlich unter ein Prozent.

Doch drohe dem Verbraucher langfristiger Schaden, wenn die Konzentration im Lebensmittelhandel durch das Ausscheiden von Wettbewerbern steige und damit die Preiserhöhungsspielräume für die verbleibenden Anbieter größer würden.

Wal-Mart hat den Preiskrieg ausgelöst

Der Preiskrieg war laut Kartellamt vom US-Konzern Wal-Mart ausgelöst worden. Der größte Einzelhandelskonzern der Welt, der zurzeit versucht, auch auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen, habe im Juni unzulässigerweise als erster mit dem Verkauf unter Einstandspreis begonnen, sagte Böge.

Aldi Nord habe darauf reagiert, aber nicht nur gleichgezogen, sondern seine Preise sogar noch unter das Wal-Mart-Niveau gesenkt und außerdem auch Regionen in die Preissenkungen einbezogen, in denen Wal-Mart gar nicht vertreten sei.

Lidl habe ähnlich auf Aldi reagiert. Dagegen bescheinigte das Bundeskartellamt den Discountern Aldi Süd, Plus und Norma, dass sie in angemessenem Rahmen auf die Herausforderung der Konkurrenz reagiert hätten. Doch müssten auch sie nun die Verkäufe unter Einstandspreis einstellen.

Vor seiner Entscheidung hatte das Bundeskartellamt in einer umfangreichen Untersuchung die Einstandspreise der Unternehmen überprüft.

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