Freitag, 6. Dezember 2019

Weltmacht China Wie China an globalen Marken baut

Peaksport: Der chinesische Sportartikelhersteller rüstet unter anderem das deutsche Basketball-Nationalteam aus. Huawei hat unterdessen mit Borussia Dortmund angebandelt

Chinas "Go Global" Politik wird ohne globale Marken nicht funktionieren. Bislang haben chinesische Unternehmen wenig Wert auf teures Marketing gelegt. Doch Firmen wie Huawei, TCL oder Peak Sport denken nun um - und haben sich deutsche Sportler als Partner ausgesucht.

Peking - In diesen Tagen finden an drei unterschiedlichen Orten drei Ereignisse statt, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Doch sie könnten am Anfang eines Trends stehen, der ganz langsam die globale Konzernwelt verändern könnte.

• Ljubljiana. In der slowenischen Hauptstadt wird derzeit die Europameisterschaft der Basketballer ausgespielt. Wie immer bei solchen Events, wo viele TV-Kameras stehen, gibt es viel Bandenwerbung. Eine fällt besonders auf, denn sie ist in Chinesisch. Nach ein paar Sekunden springt die rotierende Bande um und liefert die Übersetzung: Peak Sport. Peak Sport? Nie gehört, werden die meisten sagen. Peak Sport ist eine der vielen aufstrebenden Sportmarken Chinas - neben Li Ning oder 361°.

• Und wer bei den - leider nicht so erfolgreichen - deutschen Spielen genauer hinschaut, wird auf den Trikots ebenfalls das Peak-Sport-Logo entdecken. Die Chinesen sind seit Anfang 2013 Ausrüster des deutschen Teams - wie auch von zehn anderen Basketball-Nationalteams.

• Berlin. In den Messehallen am Funkturm präsentieren sich in diesen Tagen Hersteller aus aller Welt auf der Internationalen Funkausstellung (IFA). In Halle 21 zeigt TCL seine neuen TV-Geräte und Handys. TCL? Klar, Samsung und LG kennt inzwischen jeder. Aber TCL? Das ist die globale Nummer Drei bei Fernsehern - hinter den beiden Koreanern Samsung Börsen-Chart zeigen und LG.

TCL-Manager Hao: "Wir müssen mehr in Marketing investieren"

Doch die Chinesen wollen die beiden überholen, sagt der CEO von TCL Multimedia, E. Hao, den ich in einem kleinen Raum hinter dem Messestand treffe. Er weiß, dass man dazu gute Produkte braucht, aber dass das eben nicht ausreicht. "Wir müssen mehr in Marketing investieren", sagt der in Kanada ausgebildete 40jährige Manager.

• Dortmund. An diesem Donnerstag wird dort bekanntgegeben, dass der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund einen weiteren Sponsor-Vertrag unterzeichnen wird. Der neue Partner heißt Huawei. Huawei? Bislang ist dieses chinesische Unternehmen nur Insidern der Telekom-Branche bekommt. Doch jetzt stellt es auch Handys her und will deshalb mehr mit dem Endverbraucher kommunizieren. Deshalb sucht Huawei zwecks Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Schulterschluß mit dem beliebten Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund.

Drei Orte, drei Beispiele - ein Trend? Ja, ein kleiner. Immer mehr chinesische Unternehmen scheinen die Bedeutung von Werbung und Sponsoring zu entdecken.

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