Neuer Markt Nemax tendiert weiter seitwärts

Die Wachstumswerte haben sich von der positiven Stimmung an der Nasdaq nicht anstecken lassen. bei niedrigen Umsätzen bleibt der Nemax im Minus.

Frankfurt am Main - Der Nemax-50 hat bis 16.40 Uhr 1,49 Prozent auf 5274 Punkte verloren. Der Nemax-All-Share gab um 1,27 Prozent auf 4931 Zähler nach. Die Nasdaq legte derweil um 0,2 Prozent auf 3696 Punkte zu.

"Die heutigen Gewinne an der Nasdaq sind ein Anfang", sagte ein Münchner Händler. "Aber deshalb bricht am Markt niemand in Jubelstimmung aus", fügte der Experte hinzu. Nach den Verlusten der vergangenen Tage sei eine Gegenbewegung zu erwarten gewesen.

Am Neuen Markt habe sich deshalb kaum etwas geändert. Euro und Ölpreis hätten sich zwar stabilisiert, einen Aussagewert für die kommenden Woche habe dies aber nicht. Die Zurückhaltung der Anleger bestimme weiterhin das Marktgeschehen.

Die Fondmanager wären mit den Quartalsberichten ebenfalls sehr beschäftigt und seien an größeren Kursbewegungen nicht interessiert. Daher erwartet der Händler, dass bis zum Quartalsende am Freitag der Handel weiter ruhig verlaufen wird.

Zudem zögen die jüngsten Neuemissionen wieder vermehrt Kapital vom Markt ab. Ohne signifikante Impulse von der Wall Street werde das Frankfurter Wachstumssegment wohl seine Seitwärtsbewegung fortsetzen.

Adcon mit Siemens-Kooperation im Plus

Adcon Telemetry teilte am Mittwoch mit, eine Kooperation mit Siemens Building Technologies North America geschlossen zu haben. Die Papiere gewannen danach knapp sechs Prozent auf 14,07 Euro. Der potenzielle Vertragswert liege bei 3 Millionen Dollar.

Das Biomedizin-Unternehmen Aap Implantate stiegen um 5,86 Prozent auf 15,90 Euro. Zuvor gab die Gesellschaft bekannt, dass die US-Tochter mit Exactech eine Vertriebskooperation für die USA geschlossen hat.

Ebenfalls deutliche Gewinne verzeichneten die Papiere von MatchNet. Das Unternehmen berichtete vor Börseneröffnung, mit dem US-amerikanischen Internet-Service-Provider Juno.com ein Kooperationsabkommen geschlossen zu haben. Die Aktie gewannen daraufhin 6,10 Prozent auf 4,35 Euro.

Fortec übernimmt Altrac

Fortec profitierten von der bekannt gegeben Übernahme der Schweizer Altrac. Die Papiere kletterten um 4,24 Prozent auf 47,95 Euro. Der Kauf soll durch einen nicht genannten Barbetrag bezahlt werden.

Altrac erwartet für 2001 einen Umsatz von 12 Millionen Mark und ist nach eigenen Angaben in den Geschäftsfeldern Stromversorgungsgeräte und Datenvisualisierung tätig.

Lobster steigert Verluste deutlich

Auf der Verlierseite standen dagegen Lobster. Das Unternehmen legte am Morgen endgültige Jahreszahlen vor. Demnach wurde im Geschäftsjahr 1999/2000 der Verlust pro Aktie von 2,32 Mark auf 7,03 Mark mehr als verdoppelt.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) wies einen Fehlbetrag von 12,95 Millionen Mark aus. Im Vorjahr belief sich der Verlust noch auf 3,74 Millionen Mark. Der Umsatz stieg gleichzeitig lediglich um sieben Prozent auf 29,81 Millionen Mark. Nach den Zahlen fielen die Papiere um 2,13 Prozent auf 9,20 Euro.

Kretztechnik weiter auf Talfahrt

Kretztechnik, die am Dienstag enttäuschende Ergebnisse vorgelegt hatten, büßten weitere 5,56 Prozent auf 20,40 Euro ein. Am Vortag verloren die Aktien bereits knapp 15 Prozent.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei der Vorsteuergewinn (EBIT) von 5,9 Millionen Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode auf 0,1 Millionen Euro eingebrochen.

T-Online-Personaldiskussion belastet den Wert

Verluste verbuchte auch das Marktschwergewicht T-Online. Nachdem die Aktien an den vergangenen Tagen den Abwärtstrend vorläufig gestoppt hatten, verloren sie 5,33 Prozent auf 24,70 Euro.

Das Anlegermagazin "Focus Money" hatte am Dienstagabend ohne Angabe einer Quelle vorab berichtet, dass auch der Finanzvorstand, Christian Hoening, noch in dieser Woche seinen Auftrag mit dem Unternehmen auflösen will. Grund für den Rücktritt seien Querelen zwischen T-Online und dem Bonner Mutterkonzern Deutsche Telekom.

Damit würde der Online-Provider binnen eines Monats seien dritten Vorstand verlieren. Zuvor waren bereits der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Keuntje und das Vorstandsmitglied Ralf Eck aus dem Unternehmen ausgeschieden.