Geschäftsführer-Wechsel Anleger werfen Wölbern-Chef aus dem Fonds

Im Juli hatten die Anleger des Fonds Österreich 04 von Wölbern Invest den Emissionshauschef Heinrich Maria Schulte als Fondsgeschäftsführer abgewählt. Auf Betreiben Schultes hatte ein Gericht dagegen jedoch eine einstweilige Verfügung erlassen. Die wurde jetzt aufgehoben.
Kampf um die Fondsgeschäftsführung: Wölbern-Invest-Chef Schulte kündigt gegenüber manager magazin online eine Klage an

Kampf um die Fondsgeschäftsführung: Wölbern-Invest-Chef Schulte kündigt gegenüber manager magazin online eine Klage an

Foto: Wölbern Invest

Hamburg - Mitte Juli trafen sich die Anleger des geschlossenen Immobilienfonds "Österreich 04" des Hamburger Emissionshauses Wölbern Invest zu einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Die Abwahl von Heinrich Maria Schulte, Inhaber und Chef des Emissionshauses Wölbern Invest, als Fondsgeschäftsführer und die Wahl eines neuen Mannes in dieses Amt.

Tatsächlich kam bei einer Abstimmung eine Mehrheit für diese Umbesetzung offenbar auch zustande. Doch Wölbern-Chef Schulte hielt dies für nicht rechtmäßig und erwirkte dagegen eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg. Folge: Schulte blieb weiterhin Geschäftsführer des Fonds.

Bis zum gestrigen Donnerstag. Denn da hat das Landgericht Hamburg, Kammer vier, die einstweilige Verfügung wieder aufgehoben. Im Klartext heißt das: Erstmals haben Anleger eines Immobilienfonds von Wölbern Invest den umstrittenen Chef des Unternehmens aus ihrer Fondsgeschäftsführung geworfen.

Wölbern Invest allerdings will weiter gegen den Geschäftsführungswechsel vorgehen. Auf Anfrage von manager magazin online kündigt das Unternehmen an, die Sache im Wege einer Klage klären lassen zu wollen.

Hintergrund ist ein bereits seit langem währender Streit zwischen dem Wölbern-Management und zahlreichen Fondsanlegern. Dabei geht es um möglicherweise unrechtmäßig verwendet Gelder aus Fonds, um die Kürzung von Ausschüttungen und um ein Liquiditätsmanagementsystem, das auf fragwürdige Weise eingeführt worden war.

Vor wenigen Tagen hatte Wölbern Invest indes darüber informiert, dass ein weiterer Fonds dem geplanten Portfolioverkauf zugestimmt hat. Demnach werden nach der nachträglich durchgeführten Abstimmung nun auch die beiden Objekte des Fonds "Holland 56" am Verkauf teilnehmen. Das zum Verkauf stehende Portfolio umfasst damit laut Wölbern Invest insgesamt 18 Immobilien mit einem Investitionsvolumen in Höhe von rund 950 Millionen Euro.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.