Käufersuche Axel Wieandt zerschlägt frühere Karstadt-Bank Valovis

Valovis steht vor der Zerschlagung: Nach Informationen von manager magazin online hat Vorstandschef Axel Wieandt das Investmenthaus Metzler beauftragt, einen Käufer für die Kreditkartensparte der früheren Karstadt-Bank zu finden. Angeblich interessiert: ausgerechnet die "Otto-Bank".
Von Meike Schreiber und Heinz-Roger Dohms
Valovis-Chef Axel Wieandt: Die Chancen, einen Käufer für die Gesamtbank zu finden, stehen schlecht

Valovis-Chef Axel Wieandt: Die Chancen, einen Käufer für die Gesamtbank zu finden, stehen schlecht

Foto: ? Michaela Rehle / Reuters/ REUTERS

Frankfurt am Main / Hamburg - Als Axel Wieandt im vorigen Herbst zum Vorstandschef der kleinen Valovis-Bank berufen wurde, löste das in der Branche Erstaunen aus. Mit einer Bilanzsumme von 3,2 Milliarden Euro ist das Institut nicht größer als viele Sparkassen. Dabei war der heute 46-Jährige immerhin mal Chef der Hypo Real Estate und Bereichsvorstand bei der Deutschen Bank  - bevor seine Karriere ins Stocken geriet.

In der Tat ist Valovis für Wieandt ein Neuanfang auf bescheidenem Niveau. An seinem Arbeitseifer aber, so wird erzählt, ändert das nichts: "Der kommt früh morgens in das Büro und bleibt bis in die Nacht", berichtet ein Eingeweihter.

Allem Anschein nach werkelt Wieandt allerdings nicht an einem Comeback der maroden Bank. Sondern an deren Zerschlagung. Nach Informationen von manager magazin online hat die Investmentbank Metzler schon vor einiger Zeit den Auftrag erhalten, einen Käufer für die Kreditkartensparte von Valovis zu finden- und damit für den wohl werthaltigsten Teil der früheren Karstadt-Quelle-Bank. Weder Valovis noch Metzler wollen sich dazu äußern.

Bedeutsam ist das vor allem, weil Valovis nach einer Schieflage Ende 2011 inzwischen dem privaten Bankenverband BdB gehört. Der BdB hatte das Institut damals aufgefangen, um den Einlagensicherungsfonds zu schützen. Andernfalls hätte der Fonds für die Spargelder bei Valovis aufkommen müssen - ein Szenario, dass der Bankenverband nicht zuletzt aus Imagegründen grundsätzlich zu vermeiden sucht.

Überreste des Arcandor-Konzerns

Die Geschichte von Valovis ist komplex und gekennzeichnet von Pleiten, Pech und Pannen. Grob gesagt entstammt die Bank aus den Überresten des untergegangenen Arcandor-Konzerns - jener Holding also, unter deren Dach sich unter anderem Karstadt-Quelle fand. Für Konsumentenkredite und Kreditkarten in dem Handelskonglomerat war die Karstadt-Quelle-Bank zuständig. Und die macht heute den größten Teil von Valovis aus.

Nach dem Ende von Arcandor versuchte Valovis zunächst einen Neustart. Die Idee war, sich als Partner des Einzelhandels zu positionieren und Firmen neben Kreditkarten zum Beispiel auch Absatzfinanzierungen anzubieten. Das Konzept kam allerdings gar nicht erst zum Tragen, weil sich in den Büchern von Valovis Altlasten in Form südeuropäischer Staatsanleihen befanden. Nach dem griechischen Schuldenschnitt musste der Bankenverband einspringen.

Es geht um Begrenzung der Verluste

Der Versuch des BdB, die Bank rasch wieder loszuschlagen, scheiterte. Wie es hieß, hatten die US-Investoren Apollo und Lone Star Interesse, winkten dann jedoch ab. Ende vergangenen Jahres schmiss der BDB schließlich den Vorstand raus und setzte Wieandt an die Spitze.

Kennern des Instituts zufolge geht es dem Verband inzwischen nur noch darum, die Verluste aus dem Engagement zu begrenzen. "Der BdB ist seinen Mitgliedsinstituten verpflichtet. Selbst wenn es möglich wäre, die Valovis-Bank zu sanieren - welcher Konkurrent sollte daran ein Interesse haben?", sagt einer.

Die Idee, einen Käufer für die Gesamtbank zu finden, ist inzwischen nur noch ein Hoffnungsszenario. Stattdessen soll das zumindest leidlich attraktive Kartengeschäft versilbert werden. Immerhin rund 800.000 Kreditkarten - vor allem Master Cards - hat Valovis laut Internetseite herausgegeben.

Hanseatic Bank als möglicher Interessent

Die übrigen Sparten, also etwa das Factoring oder die Absatzfinanzierung, seien nicht mehr viel wert, sagen Branchenkenner. Der BdB wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Als möglicher Käufer für das Kreditkartengeschäft wird in Finanzkreisen die Hamburger Hanseatic Bank genannt, das langjährige Geldinstitut des Versandhändlers Otto, an dem inzwischen jedoch die französische Société Générale  die Mehrheit hält.

Die Hanseatic Bank ist ebenso wie Valovis im Kartengeschäft und in der Absatzfinanzierung tätig. "Zu Branchengerüchten nehmen wir keine Stellung", sagte eine Sprecherin des Instituts.

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