ExtraMile Jagdglück vor der Staatsbibliothek

Die weltweit erste Menschenjagd gegen Geld im Internet ist vorzeitig zu Ende gegangen: Der "Reality Runner" wurde erkannt und geschnappt. Für den Veranstalter war die Aktion ein Erfolg.

Berlin - Damit ist der "RealityRun" für Deutschland bereits acht Tage nach dem Start zu Ende. Ziel des Spiels war es, 24 Tage rund um die Uhr den "Runner", einen Holländer namens Roger, in der Hauptstadt zu jagen.

Kritik an dem Spektakel hatte der Veranstalter ExtraMile zurückgewiesen. Sie verglichen die Jagd gegen Geld mit einem normalen Versteckspiel.

Erfolg für den Initiator

Ein Sprecher des Unternehmens sagte, Roger habe nicht damit gerechnet, dass ihn jemand finde. Er sei aber nicht traurig, sondern "sehr gefasst".

Für den Initiator war der "RealityRun" offenbar ein Erfolg. Die Website sei täglich eine Million Mal aufgerufen worden.

Insgesamt hätten pro Tag 50.000 bis 200.000 Internet-Nutzer an der Jagd teilgenommen. Die nächste virtuelle Menschenjagd soll voraussichtlich im Oktober in Wien stattfinden.

Fang war ein Zufall

Eine Reporterin der "Bild"-Zeitung hat dem "Runner" in der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz aufgelauert und ihn erkannt, sagte ein Sprecher des Veranstalters. Roger war dort, um die Aufgabe zu lösen, die ihm täglich gestellt worden war.

"Der Fang war ein Zufall ", sagte der stellvertretende Chef der Berliner "Bild"-Redaktion. Die Journalistin war losgeschickt worden, um eine Reportage über das Spiel zu machen. Dabei sei nicht abzusehen gewesen, dass sie dem "Runner" wirklich auf die Schliche kommt.

Die Reporterin Jelena Nikolic sagte, dass sie "schon am Morgen Jagdfieber" hatte. Roger zu schnappen sei ein "mordsmäßiger Kick" gewesen.

Das Kopfgeld in Höhe von 10.000 Dollar wird an die Aktion "Ein Herz für Kinder" gespendet, da sie im Auftrag der Zeitung unterwegs gewesen war.