ifo-Index Lahmt die Konjunktur?

Trübe Aussichten für das Geschäftsklima. Die Unternehmen im West blicken pessimistischer in die Zukunft, dagegen herrscht leichter Optimismus im Osten.

München - Der deutsche Geschäftsklimaindex der gewerblichen Wirtschaft ist im Juli in Westdeutschland gesunken. Gegenüber dem Vormonat verlor er 1,3 auf 99,1 Punkte, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut ifo mit.

In Ostdeutschland verzeichnete der Indikator einen leichten Rückgang von 105,7 auf 105,4 Punkte. Damit lagen beide Indizes unter den Erwartungen der Analysten, die mit einem leichten Anstieg rechneten.

Schlechte Aussichten für die Zukunft

Die im Westen befragten Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage schlechter, aber auch für die Zukunft zeigen sie sich pessimistischer als im Vormonat. In den neuen Ländern gibt es dagegen optimistischere Erwartungen.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag trotz der Veröffentlichung weiter freundlich tendiert. Der Dax lag gegen 11.10 Uhr mit 41 Punkten im Plus bei 7240 Punkten, womit der Stand vor Veröffentlichung der Ifo-Zahlen nach einem leichten Knick wieder erreicht war.

Der anfängliche Aufwärtstrend im frühen Handel ließ sich durch den Konjunkturindex nicht beinflussen. Händler sagten, offensichtlich wolle der Markt vor einer Reaktion auf den Ifo-Index noch die erwartete Markttendenz in den USA beobachten.

Zinsentscheidung in den USA ist wichtiger

Die US-Tendenz habe wohl Vorrang vor den deutschen Konjunkturdaten. Die freundliche US-Börsen am Montag nährten offenbar weiter Hoffnungen, dass die US-Notenbank die Zinsen nicht erhöhe, was auf dem Aktienmarkt positiv aufgenommen werde. Vor der nach Marktschluss in Deutschland mit Spannung erwarteten US-Notenbankentscheidung über den Leitzins rechnen Händler am Dienstag mit einer schwachen Orderlage. Die Auswirkungen auf den Devisenmarkt sind deutlicher. Der Ifo-Index drückt den Euro nach unten. Bis 11.10 Uhr notiert er gegenüber dem Dollar mit 0,8989 Dollar nach 0,9031 Dollar im frühen europäischen Handel.

Damit werde sich die Gemeinschaftswährung im Tagesverlauf weiter abschwächen und die Unterstützung bei 0,8850 Dollar testen, sagen Händler. Befestigungspotenzial sei absolut keines vorhanden, dazu sei die Wirtschaft in den USA nach wie vor zu stark und die Enttäuschung über die Entwicklung in Deutschland zu groß. Um nach oben gehen zu können, müsse der Euro schon die technisch wichtigen Marken bei 0,92 bzw. 0,93 Dollar testen.