Wella Optimistisch ins neue Jahr

Der Haarpflege- und Kosmetikkonzern rechnet für 1999 mit einer besseren Entwicklung als im laufenden Geschäftsjahr.

Darmstadt - Durch ein straffes Kostenmanagement und hohe Investitionen in neue Marken soll der Umsatz um sieben und der Gewinn um 25 Prozent steigen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Wella AG, Jörg von Craushaar, am Mittwoch in Zürich.

Durch die Asien- und Rußlandkrise dürfte nach den Worten von Craushaar der Umsatz 1998 lediglich um zwei bis drei Prozent steigen. Ursprünglich wollte Wella um fünf bis sechs Prozent wachsen, mußte die Prognose aber schon im Sommer korrigieren. 1997 war der Umsatz um elf Prozent auf 4,2 Milliarden Mark gestiegen. Der Gewinn dürfte 1998 nach Angaben von Finanzvorstand Hans Schmidt etwas mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (101 Mio Mark) wachsen. Sollte diese Prognose eintreffen, werde wohl auch die Dividende erhöht, sagte von Craushaar dazu.

In den ersten neun Monaten 1998 kletterte der Konzernumsatz um 1,9 Prozent auf 3,1 Milliarden Mark. Davon steuerten das Ausland 2,3 Milliarden Mark (plus 4,1 Prozent) und das Inland 753 Millionen Mark (minus 4,0 Prozent) bei. Ohne Unternehmensverkäufe betrug der Rückgang in Deutschland ein Prozent. Der Gewinn vor Steuern legte im Konzern dagegen deutlich um 22,8 Prozent auf 131 Millionen Mark zu. Das Plus resultierte aus Einsparungen beim Waren- und Personaleinsatz.

Wella hat für 1998 seine Umsatzplanungen für die aufstrebenden Märkte und Japan um 200 Millionen nach unten korrigiert, wobei 60 Prozent währungsbedingt waren. In Japan, mit sieben Prozent Umsatzanteil der wichtigste Auslandsmarkt, sank der Umsatz zum 30. September auf DM-Basis um elf Prozent, in Yen waren es drei Prozent Minus. In Rußland, wo Wella eine eigene Produktion aufgebaut hat, gab es im dritten Quartal eine abrupten Umsatzrückgang von 56 Prozent. "Hier herrscht Konsumstillstand, da läuft gar nichts mehr" sagte von Craushaar dazu. Man setze aber weiter auf diesen Markt und wolle die lokale Produktion sogar noch ausbauen, um unabhängig von Entwicklungen wie etwa der wirtschaftlichen Abschottung des Landes agieren zu können.