Anlagestrategie Alstom - Profiteur der Energiewende

Der französische Technologiekonzern Alstom dürfte noch eine wichtige Rolle bei der Energiewende in Deutschland spielen. Während viele Unternehmen die hohen Erwartungen enttäuschten, hat Alstom geliefert. Die Aktie ist für Anleger interessant.
Produktion eines TGV bei Alstom: Nicht nur mit Hochgeschwindigkeitszügen, sondern auch mit der Anbindung von Windparks in der Nordsee sind die Franzosen erfolgreich

Produktion eines TGV bei Alstom: Nicht nur mit Hochgeschwindigkeitszügen, sondern auch mit der Anbindung von Windparks in der Nordsee sind die Franzosen erfolgreich

Foto: P. Sautelet/ AP

Es trifft sich gut, dass Alf Henryk Wulf, der Vorstandsvorsitzende von Alstom Deutschland, sowohl an der Küste in Kiel geboren ist, als auch Elektrotechnik studiert hat. Damit ist er persönlich und fachlich prädestiniert dafür, die Energiewende in Deutschland an verantwortlicher Stelle mit zu gestalten.

So hat Alstom vor kurzem einen großen Auftrag zur Anbindung des Windparks Dolmin 3 in der Nordsee an das deutsche Stromnetz gewonnen. Insgesamt wird eine 900 MW starke Stromleitung gelegt werden. Davon sind 83 km See-, und 79 km Landkabel. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2017 vorgesehen. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro.

Dazu kommt noch ein Service-Auftrag über 5 Jahre. Das Service-Paket beinhaltet die komplette Instandhaltung, die Energieversorgung und eine technische Unterstützungshotline.

Dies ist schon eine gute Nachricht für die Aktionäre von Alstom . Weitere gute Nachrichten könnten noch folgen. Denn im Zuge des weiteren Ausbaus der Windenergie werden noch zahlreiche weitere derartige Projekte ausgeschrieben. Nachdem Alstom jetzt einen großen Auftrag an Land gezogen hat, ist das Unternehmen jedenfalls zur Gewinnung weiterer Aufträge gut positioniert.

Alstom hat schon 130 Jahre Erfahrung mit dem Bau elektrischer Leitungen. Besonders bekannt geworden ist Alstom allerdings durch Entwicklung und Bau des Hochgeschwindigkeitszugs TGV in Frankreich, der inzwischen auch München und Stuttgart mit Paris in Rekordzeit verbindet. Eine Spezialausführung des TGV hält mit 584 km/h den Geschwindigkeitsweltrekord im Schienenverkehr.

Weitere Aufträge aus Energiewende und Eisenbahntechnik absehbar

Der Umsatz des Unternehmens des Geschäftsjahres 2012 (1. April 2012 bis 31. März 2013) betrug 20,3 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 802 Millionen Euro. Gewinnschätzungen für das Jahr 2013 lauten auf einen weiteren Anstieg auf etwa 880 Millionen Euro.

Der freie Cashflow erholte sich und lag im Geschäftsjahr 2012/13 mit 408 Millionen Euro im Plus. Bei der nächsten Hauptversammlung der Aktionäre wird Alstom die Ausschüttung einer Dividende von 0,84 Euro je Aktie vorschlagen. Damit liegt die Dividende 5 Prozent höher als im vergangenen Geschäftsjahr.

In den letzten 12 Monaten ist der Kurs ungefähr um 12 Prozent gestiegen.

Wer sich für Anlagen in der Energiewende interessiert, ist nach unserer Meinung bei Alstom auch auf Dauer gut aufgehoben. Viele Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien haben hohe Erwartungen und Versprechungen enttäuscht.

Alstom hat geliefert und wird nach unserer Einschätzung auch weiterhin liefern. Weitere Aufträge aus der deutschen Energiewende und auch in der internationalen, ebenso umweltfreundlichen Eisenbahntechnik könnten in den nächsten Jahre beachtliche Kurssteigerungen zur Folge haben.