Dienstag, 12. November 2019

Altersvorsorge-Muffel Deutsche sparen zu wenig

Spaß statt sparen: Junge Leute denken Experten zufolge finanziell zu wenig ans Alter

Das jahrelange Trommeln in Politik und Wirtschaft für mehr private Altersvorsorge scheint bei vielen kein Gehör zu finden. Eine Befragung zeigt: Junge Leute sparen kaum für später - sie gehen damit ein großes Risiko ein.

Berlin - Junge Erwachsene in Deutschland sind einer Studie zufolge oft sparsam, aber nur eine Minderheit legt regelmäßig etwas fürs Alter beiseite. 55 Prozent der Befragten im Alter von 17 bis 27 Jahren sparen demnach regelmäßig Geld, 30 Prozent unregelmäßig. Für eine Altersvorsorge zusätzlich zur gesetzlichen Rente legen aber nur 38 Prozent kontinuierlich Geld zurück. Das Institut TNS Infratest hatte im Auftrag des Versorgungswerks Metallrente bundesweit 2500 junge Leute befragt.

Der Leiter der Studie, der Jugendforscher Klaus Hurrelmann von der Berliner Hertie School of Governance, zeigte sich besorgt: "Die jungen Leute fühlen sich bei dieser elementaren Frage der Zukunftssicherung überfordert, schlecht informiert und von Staat und Politik im Stich gelassen." Damit laufe die Mehrheit Gefahr, im Alter arm zu sein. "Besonders junge Frauen sind mit dem Risiko der Altersarmut konfrontiert", sagte Hurrelmann.

Für den Geschäftsführer des Versorgungswerks Metallrente, Heribert Karch, zeigen die Ergebnisse, dass die Rentenreformen der vergangenen Jahre die hochgesteckten Ziele weitgehend verfehlt hätten. Das in den kommenden Jahrzehnten deutlich sinkende Rentenniveau werde nicht ausreichend durch zusätzliche Vorsorge abgefangen.

Das Unternehmen Metallrente ist eine gemeinsame Einrichtung des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Industriegewerkschaft Metall. Es bietet zusammen mit großen Versicherungen diverse Produkte der Altersvorsorge an.

cr/dpa

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