Freitag, 15. November 2019

Immobilien-Investments Fondsregulierung löst Torschlusspanik aus

Immobilien-Hotspot Hongkong: Für Anleger offener Immobilienfonds ändert sich einiges

3. Teil: Liquiditätsflut drückt auf die Fondsrendite

Das zeigt auch eine neue Scope-Studie. Danach erwirtschafteten die Fondsmanager mit ihren Barbeständen im vergangenen Geschäftsjahr im Schnitt nur Renditen von 1,5 Prozent. Am besten schnitt der Hausinvest mit 2 Prozent ab. Schlusslicht unter den Publikumsfonds war der UniImmo Global mit nur 0,1 Prozent.

Besonders hoch ist der Barbestand derzeit beim UniImmo Deutschland: Bereits zu Jahresbeginn wies die UIR für diesen Fonds eine Liquiditätsrate von 28,9 Prozent aus. Ende März betrug die Cash-Quote nach Angaben der Ratingagentur Scope sogar 31,4 Prozent. Von jeweils zehn investierten Euro waren damit am Ende des ersten Quartals nur 6,86 Euro in Immobilien angelegt, 3,14 Euro ruhten hingegen in gering verzinsten Festgeldanlagen. Ähnlich hoch ist die Liquiditätsrate beim Deka Immobilien Global. Sie betrug am 25. April dieses Jahres 30,4 Prozent. Beim Deka Immobilien Europa waren es am selben Tag hingegen nur 19,8 Prozent.

Zwar haben diese Fonds die jüngste Krise überstanden. Mit üppigen Renditen konnten sie ihre Anleger trotz des weltweiten Booms an den Immobilienmärkten im vergangenen Jahr jedoch nicht verwöhnen. Viele Fonds kamen nicht einmal auf 2,5 Prozent. "Hohe Leerstände und Wertberichtigungen drücken bei manchem Portfolio die Rendite", sagt Analyst Thomaschowski.

"Die neuen Fonds werden deutlich sicherer sein"

Er rät Anlegern daher, "sich jetzt nicht von Beratern überstürzt in die Altprodukte treiben zu lassen". Stattdessen sollten private Investoren abwarten, welche neuen Branchenprodukte Kapitalanlagegesellschaften nach dem Sommer auflegen werden: "Die neuen Fonds werden deutlich sicherer sein, weil bei ihnen die Halte- und Kündigungsfristen für alle Anleger gelten", sagt der Analyst.

Der bankenunabhängige Anbieter KanAm hat bereits angekündigt, im Herbst ein neues Produkt auf den Markt zu bringen: "Unser neuer Fonds wird in langfristig vermietete Büroimmobilien europäischer und nordamerikanischer Großstädte investieren", sagt Unternehmenssprecher Michael Birnbaum. Die beiden bisherigen offenen KanAm-Fonds Grundinvest und US-Grundinvest gehörten zu jenen 13 Vehikeln, die in der Krise eingefroren und abgewickelt werden mussten.

Beim bereits vollständig aufgelösten US-Fonds endete das Abenteuer "für die meisten Anleger dennoch mit einem Gewinn", sagt Birnbaum. "Wir sind deshalb zuversichtlich, Investoren für das neue Produkt zu gewinnen."

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