Sonntag, 16. Juni 2019

Börsenzulassung beantragt Evonik-Börsengang geht in die heiße Phase

Evonik-Zentrale in Essen: Vierter Versuch eines Börsengangs

Startschuss für den größten Börsengang des Jahres: Schon am Donnerstag beginnt der Handel mit Evonik-Aktien. Der Chemiekonzern hat die Zulassung beantragt. Ein öffentliches Angebot spart er sich aber.

Frankfurt am Main/Essen - Der Börsengang des Essener Chemiekonzerns Evonik geht diese Woche in die heiße Phase. Die Deutsche Bank, die den Börsengang zusammen mit der Investmentbank Mainfirst begleitet, habe den Zulassungsantrag bei der Frankfurter Börse eingereicht, hieß es am Montag aus Anlegerkreisen.

Kurz darauf bestätigte Evonik: Die Erstnotiz der Aktie des Essener Spezialchemiekonzerns in Frankfurt und Luxemburg sei für den 25. April geplant. Ein öffentliches Angebot soll es dabei nicht geben - nur institutionelle Investoren können sich noch vor der Erstnotiz in einem letzten Schritt Aktien im Umfang von voraussichtlich noch rund 2 Prozent des Grundkapitals von Evonik sichern.

Eigentümer des Essener 33.000-Mitarbeiter-Unternehmens sind die RAG-Kohlestiftung und die britische Beteiligungsgesellschaft CVC. RAG und CVC haben im Februar und März bereits je rund 6 Prozent Aktien an Investoren abgegeben. Insgesamt wird für das 14-Prozent-Paket mit einem Erlös von etwa zwei Milliarden Euro gerechnet.

Börsenfachleute erwarten, dass der Wert sehr schnell in den MDax Börsen-Chart zeigen aufsteigt. Es ist Deutschlands bisher größter Börsengang des Jahres. Evonik-Chef Klaus Engel versprach den Investoren im März bei der Bilanzvorlage ein "attraktives Wachstum ohne Abenteuer".

Der einstige Mischkonzern - 2007 aus den Industrieanteilen des Kohlekonzerns RAG hervorgegangen - hatte sein Portfolio seit Jahren zielstrebig auf das Kernfeld Spezialchemie und den Börsengang hingetrimmt: Die Mehrheit an der Energietochter Evonik-Steag wurde verkauft. 2011 gab Evonik sein Rußegeschäft (Carbon Black) ab, 2012 folgten die Farbstoffe (Colorants) und Evonik trennt sich von Teilen seiner Immobilientochter Vivawest.

ak/dpa-afx/rtr

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