Deutsche Telekom Sommer schärft Vertriebsprofil

Firmen-Lenker Ron Sommer will die Abläufe im Konzern verkürzen und für mehr Kundennähe sorgen. 2000 Stellen werden im Zuge des geplanten Umbaus gestrichen, darunter möglicherweise auch die von Führungskräften.

Hamburg - Mit dem geplanten neuen Organisationsmodell werden die 39 Kundenniederlassungen und die sechs Direktionen in selbstständig operierende Vertriebssegmente überführt.

Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch ausgeschlossen, teilte die Telekom mit. Gewerkschaften zeigten sich besorgt über die Pläne.

Ziel des Umbaus seien höhere Kundennähe und kürzere Entscheidungswege, teilte die Telekom weiter mit. Die Kundenniederlassungen und Direktionen würden künftig regional gegliedert. Auch die als T-Punkte bekannten Verkaufsniederlassungen würden nach Vertriebsregionen gegliedert.

Durch die "Optimierung der Organisation" könne mit einem "Rationalisierungseffekt von rund 2000 Arbeitsplätzen" gerechnet werden, bestätigte die Telekom. Da die Arbeitsplätze der Mitarbeiter bis 2004 geschützt seien, würden diese über Umschulungen in Bereichen mit Personalmangel eingesetzt.

"Für die betroffenen Beschäftigten eröffnen sich attraktive Tätigkeiten in den Wachstumsbereichen des Konzerns", verspricht Personalvorstand Heinz Klinkhammer. Das sind vor allem die die Sparten Mobilfunk und das Online-Geschäft.

Betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen. Seit der Privatisierung 1997 hat die Telekom nach eigenen Angaben bereits 60.000 Arbeitsplätze abgebaut.

Die Gewerkschaft Deutscher Postverband Kommunikation, die 30.000 Telekom-Mitarbeiter vertritt, erklärte, die Entscheidung der Telekom werde zu freiwilligen Kündigungen vieler Mitarbeiter führen.

"Obwohl die Telekom Job-Alternativen anbieten muss, werden diese in vielen Fällen nicht den Vorstellungen der Mitarbeiter entsprechen", sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Analysten gehen jedoch davon aus, dass der ehemalige Monopolist seine Mitarbeiter erfolgreich umschulen wird. "Die Leute werden in anderen Bereichen gebraucht, und für die Telekom macht es ohnehin mehr Sinn, ihre Mitarbeiter umzuschulen, als neue teurere Spezialisten einzustellen", sagte Ralf Hallmann, Telekom-Analyst bei der Bankgesellschaft Berlin.