Montag, 9. Dezember 2019

Aktienmarkt Zeit, dass sich was dreht

Bulle an der Börse: Eigentlich müssten Anleger optimistisch für Aktien sein - schon mangels Alternativen. Doch der Dax hat zuletzt deutlich nachgegeben

Gold verliert deutlich an Wert, die Zypern-Krise schürt die Angst ums Sparkonto, das Eigenheim können sich viele nicht mehr leisten. Bleibt für viele noch die Investition in dividendenstarke Aktien. Trotz der jüngsten Börsenturbulenzen erwärmen sich viele Deutsche für Dividendentitel.

Hamburg- Ein Minus von elf Prozent in zwei Tagen, und das beim Goldpreis - kein Wunder, dass mancher Anleger nach Alternativen sucht. Aktien, das haben die vergangenen drei Wochen gezeigt, sind auch vor starken Kursschwankungen nicht gefeit - und deshalb machten die meisten Deutschen in der Vergangenheit einen Bogen um die Dividendenpapiere. Doch das ändert sich gerade, wie eine Studie des Fondsverwalter Legg Mason Global Asset Management belegt.

Immerhin sagen 59 Prozent der befragten Deutschen, es sei eine gute Zeit, um in Aktien einzusteigen. Das ist nicht mehr weit vom weltweiten Schnitt von 65 Prozent entfernt. Und immerhin 33 Prozent erklären, dass sie in den kommenden zwölf Monaten in Aktien investieren wollten. Für die als risikoavers bekannten Deutschen ist das eine ganz erstaunliche Entwicklung.

Besonders auf ein stetes Einkommen schauen die Deutschen. 61 Prozent von ihnen geben an, genau das sei ihnen wichtig. Es können Dividenden sein oder auch Zinszahlungen, Hauptsache, Geld fließt. "Wir haben bewusst keine Produkt-Definitionen vorgegeben", erklärt Klaus Dahmann, verantwortlich für den Vertrieb der Legg-Mason-Fonds in Deutschland und Österreich. "Zur Income-Kategorie gehören aber unter anderem sicherlich auch Fonds mit dividendenstarken Aktien, Unternehmensanleihen oder Immobilien-Investments."

Stetes Einkommen gefragt

Diese regelmäßigen Erträge sind den Deutschen wichtig - wichtiger noch als vor fünf Jahren, erklärten 38 Prozent. Dabei geht es ihnen, so die Studie, vor allem um den Schutz des Vermögens, den Aufbau des Vermögens und darum, den Lebensstil abzusichern.

Dazu dürfte die Erkenntnis geführt haben, dass Geldanlage mit Risiken einhergeht, und dass es so etwas wie einen sicheren Hafen nicht gibt - bestenfalls eine Boje, an der Anleger eine Zeit festmachen können. Der Fall Gold zeigt dies ganz deutlich. Binnen 48 Stunden ist der Preisanstieg von zwei Jahren verpufft. Auch Rohstoff-Guru Jim Rogers mahnte vor einem Monat im Gespräch mit manager magazin online, dass eine Korrektur bevorstehe. Sicherheit sieht anders aus, selbst wenn das Edelmetall wieder deutlich an Wert gewinnen sollte. Zumal Gold keine Dividenden oder Zinsen zahlt, um Anleger über so einen Absturz hinwegzutrösten.

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