Freitag, 19. April 2019

1,57 Euro im Schnitt Benzinpreis fällt - ADAC kritisiert Ölmultis

Tanken bleibt ein teures Vergnügen: Mit 1,576 Euro ist der Liter E 10 nach wie vor nicht billig

Die Osterreisewelle ist vorbei, und die Tankstellen senken die Preise. Der ADAC kritisiert allerdings, dass die Ölmultis den Rückgang der Rohölpreise nur unzureichend an die Kunden weitergeben.

München - Der Spritpreis hat nach dem Ende der Osterferien wieder deutlich nachgegeben. Derzeit müssen Autofahrer nach Angaben des ADAC für einen Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,576 Euro bezahlen, 3,4 Cent weniger als noch vor einer Woche. Diesel verbilligte sich nur um 0,9 Cent und kostet derzeit im Bundesschnitt 1,435 Euro je Liter, wie der Autoclub mitteilte.

Allerdings kritisiert der ADAC, die Mineralölkonzerne hätten den deutlichen Rückgang der Rohölpreise nur unzureichend an die Kunden weitergegeben und verlangten weiterhin zu viel Geld. Über Ostern hatte der Durchschnittspreis wieder die Marke von 1,60 geknackt.

Die Erdöl exportierenden Länder (Opec) haben am Mittwoch ihre Nachfrageprognose für das laufende Jahr gesenkt und damit den Ölpreis zusätzlich unter Druck gebracht.

Opec reduziert Nachfrageprognose - Ölpreis fällt weiter

Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent und US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligten sich je um etwa ein halbes Prozent auf 105,74 und 93,80 Dollar. Belastend wirkte sich zudem Händlern zufolge der Anstieg der Ölbestände in den USA in der vergangenen Woche aus. Das Kartell rechnet für 2013 nur noch mit einem Nachfrageanstieg von 800.000 Barrel täglich, wie die Organisation in London mitteilte. Bei ihrer letzten Prognose hatten die Opec-Länder noch ein Plus von 840.000 Fässern prognostiziert. Sie begründeten die Senkung ihrer Prognose damit, dass der Ölverbrauch in Europa und Japan hinter den Erwartungen zurückbleibe.

Wegen geringerer Fördermengen im Iran und Nigeria hat das Kartell zudem im März insgesamt etwas weniger Öl gepumpt. Saudi-Arabien hat dabei mit 9,14 Millionen Barrel täglich etwa so viel Öl wie im Februar mit 9,15 Millionen Barrel gefördert.

Öl scheint derzeit aber trotz der geringeren Förderung genügend vorhanden zu sein. So stieg in den USA in der vergangenen Woche nach Schätzungen des Branchenverbandes API der Rohölbestand um 5,1 Millionen Barrel. Analysten hatten nur mit einem Plus von 1,5 Millionen Barrel gerechnet. Die amtlichen Daten des Energieministeriums wurden für Mittwochnachmittag erwartet.

rei/rtr/dpa-afx

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