Aktien brechen ein Griechenland stoppt Bankenfusion

Der Zusammenschluss der beiden griechischen Institute Nationalbank und Eurobank liegt wegen der nötigen Rekapitalisierung auf Eis. Beiden Geldhäusern droht nun die Verstaatlichung - die Aktien beider Banken brechen ein.
Automat der Eurobank in Athen: Fusion mit der Nationalbank ist abgeblasen

Automat der Eurobank in Athen: Fusion mit der Nationalbank ist abgeblasen

Foto: Fotis Plegas G./ dpa

Athen - In Griechenland ist die geplante Fusion von zwei Großbanken zunächst vom Tisch. Medienberichten zufolge würde sonst ein zu großes Kreditinstitut entstehen, das im Fall einer Pleite sehr starke Auswirkungen auf andere Häuser haben könnte. Weil sowohl die National Bank als auch die Eurobank Probleme haben, von privaten Investoren frisches Geld einzusammeln, droht ihnen nun eine Verstaatlichung.

Das sorgte an der Börse zeitweise für Panik. Beide Aktien eröffneten am Montag 30 Prozent im Minus, erholten sich danach aber wieder. Die Eurobank teilte mit, die Institute sollten jeweils für sich rekapitalisiert werden. Das Direktorium der Eurobank werde sich am Dienstag treffen, um über Wege hin zu einer besseren Finanzausstattung zu entscheiden. Abschließende Entscheidungen über eine Fusion würden von den künftigen Aktionären der Banken getroffen, namentlich dem griechischen Finanzstabilitätsfonds HFSF.

Bedenken der Troika

Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds hatte Griechenland einem Zeitungsbericht zufolge Ende März aufgefordert, die geplante Fusion zu stoppen und die Banken besser einzeln zu rekapitalisieren. Die Troika meldete demnach Bedenken wegen der Größe der neuen Bank an. Diese hätte Einlagen über rund 170 Milliarden Euro - fast die jährliche Wirtschaftskraft Griechenlands.

Beide Banken benötigen zusammen 15,6 Milliarden Euro an frischem Kapital, um Anforderungen der Zentralbank zu erfüllen. Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und faule Kredite in dem seit Jahren rezessionsgeplagten südeuropäischen Land haben die Banken in Schieflage gebracht.

Dem Finanzministerium zufolge haben die beiden Geldhäuser der Notenbank mitgeteilt, wahrscheinlich nicht die geforderten zehn Prozent ihres Kapitalbedarfs durch die Ausgabe neuer Aktien an private Anleger stemmen zu können. Deswegen wird dem Rettungsfonds HFSF wohl die Kontrolle über die beiden Banken zufallen. Denn ein Teil von privaten Investoren einzusammeln, ist die Voraussetzung, um eine Verstaatlichung noch abzuwenden.

ts/afp/rtr
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