Samstag, 20. Juli 2019

Schwarzgeld "In den USA gibt es mit die größten Steueroasen"

Skyline von Miami: Die Florida-Metropole gilt als Hort von Drogengeldern - und wohl auch deutschen Schwarzgeldes

3. Teil: "Es gehen verstärkt Gelder von der Schweiz nach Miami"

Merten: Man müsste in Europa geschlossener auftreten. Schauen Sie sich nur den massiven Druck an, den beispielsweise die USA gegenüber Liechtenstein und der Schweiz aufgebaut haben. Das vermisst man bei der EU. Dort gibt es nur Einzelkämpfer, hier geht Deutschland voran, dort macht Frankreich etwas und dort Italien. Dabei könnte man ja mit einer geschlossenen Linie auch erheblichen wirtschaftlichen Druck ausüben, beispielsweise auf die Schweiz, um Daten zu bekommen. Auf der anderen Seite sind die Aktivitäten der USA allerdings auch scheinheilig.

mm: Wieso das?

Merten: In den Vereinigten Staaten gibt es mit die größten Steueroasen weltweit. Schauen Sie sich Delaware an. Oder Florida, für Privatpersonen. Dort liegen Billionen. Große Summen, die früher in der Schweiz waren, wandern heute nach Miami. Denn die Banken in Amerika sind nicht gezwungen, sich über die Herkunft des Geldes zu informieren. Versteuert werden nur die Erträge. Deshalb finden sie in Miami auch schon seit Jahren die Gelder der Drogenkartelle Südamerikas.

mm: Liegen dort auch deutsche Gelder?

Merten: Es gehen verstärkt Gelder von der Schweiz nach Miami. Darunter sind sicher auch etliche deutsche Gelder.

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