Mittwoch, 16. Oktober 2019

Bankenkrise Russland will Anlegern in Zypern nicht helfen

Reiche Russen in Zypern: Sie haben viel Geld bei zyprischen Banken angelegt.

Sie werden wohl einen Großteil ihrer Spareinlagen verlieren. Dennoch will Moskau russischen Anlegern in Zypern nicht helfen. Unternehmen mit russischer Staatsbeteiligung können dagegen auf Hilfe der Regierung hoffen.

Moskau - Die Regierung in Moskau will russischen Anlegern in Zypern nicht unter die Arme greifen. Sollten Russen im Zuge des geplanten Rettungspakets für den von der Staatspleite bedrohten Inselstaat Geld verlieren, wäre das sehr schade, sagte der Vize-Ministerpräsident Igor Schuwalow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in einem Fernsehinterview am Sonntagabend.

"Aber die russische Regierung wird sich bei einer solchen Situation nicht einschalten." Sollte allerdings ein Unternehmen, an dem der russische Staat beteiligt ist, viel Geld verlieren, "sind wir bereit, das öffentlich und transparent hier in Russland je nach Fall zu prüfen", fügte er hinzu. Konkrete Hilfen für Zypern seien damit nicht verbunden.

Im Rahmen des Rettungspakets für Zypern müssen Kunden der größten Bank Zyperns, der Bank of Cyprus, mit Verlusten von bis zu 60 Prozent ihrer Sparguthaben über 100.000 Euro rechnen.

Viele reiche Russen haben ihr Geld in der Vergangenheit bei Banken in Zypern angelegt. Das kleine Euro-Land im Mittelmeer lockte mit niedrigen Steuern, hohen Zinsen und laxen Kontrollen. Schätzungen zufolge sollen Russen bis zu 20 Milliarden Dollar bei zyprischen Banken liegen haben - das wären etwa ein Drittel aller Einlagen.

Durch die bislang beispiellose Beteiligung vermögender Bankkunden an dem Rettungspaket dürften die Tage Zyperns als Steuerparadies allerdings gezählt sein.

rei/rtr

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