Apec-Gipfel Schmerzhafte Reformen

Das Gipfeltreffen in Malaysia wurde vom Streit über den Devisenmarkt und Al Gores Äußerungen zur Demokratiebewegung überschattet.

Kuala Lumpur - Die 21 Mitgliedsstaaten des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsraums (Apec) haben zum Abschluß ihres zweitägigen Gipfeltreffens ihre Entschlossenheit bekräftigt, den schmerzhaften Reform- und Sparkurs zur Überwindung der Asienkrise fortzusetzen. In der vom malaysischen Ministerpräsidenten Mahathir Mohamad am Mittwoch in Kuala Lumpur verlesenen Abschlußerklärung wurde zugleich die internationale Gemeinschaft zu weiterer Finanzhilfe aufgerufen. Begrüßt wurde die Initiative der USA, weitere Kredite für die von Überschuldung bedrohten ehemaligen Tigerstaaten zu beschleunigen.

Das Gipfeltreffen wurde von Meinungsverschiedenheiten zwischen Malaysia und den übrigen Mitgliedern über die Einführung strengerer Regulierungen des Devisenmarktes geprägt. Mahathirs Initiative gegen den freien Devisenhandel wurde abgelehnt; dafür forderte die Apec aber, die Mechanismen zur Einstufung der Zahlungsfähigkeit von Schuldnern zu überprüfen. Mahathir hatte internationalen Institutionen vorgeworfen, die Bonität von Entwicklungsländern willkürlich einzustufen.

"Wir sind zur Zusammenarbeit entschlossen, um eine frühzeitige und dauerhafte Entspannung in der Region zu fördern ... und der Möglichkeit einer weltweiten Rezession vorzubeugen", hieß es in der Erklärung. Das Gipfeltreffen war zuvor von einer offenen Sympathiebekundung des amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore für die malaysische Reformbewegung überschattet worden. Die Äußerungen Gores zu den Menschenrechten stießen bei der Regierung des Gastgeberlandes und bei anderen Teilnehmerstaaten auf Kritik." Gore nahm in Vertretung von Präsident Bill Clinton an dem Gipfel der 21 Apec-Staaten teil. Clinton hatte seine Teilnahme wegen der Irak-Krise kurzfristig abgesagt. Am Donnerstag wird der US-Präsident zu einem Besuch in Japan erwartet.