Anlageskandal S&K-Partnerfirma United Investors ist pleite

Neues Kapitel im Fall S&K: Die Hamburger United Investors Gruppe hat Insolvenz angemeldet. Das Fondsemissionhaus gilt als wichtiger Player in dem gigantischen Immobilien-Anlageskandal. 175 Millionen Euro will United Investors bei Anlegern eingesammelt haben.
Hier spricht der Insolvenzverwalter: S&K-Partner United Investors ist pleite (Bild: Ausriss aus einer Firmenpräsentation)

Hier spricht der Insolvenzverwalter: S&K-Partner United Investors ist pleite (Bild: Ausriss aus einer Firmenpräsentation)

Hamburg - Die Hamburger Unternehmensgruppe United Investors, die im Anlageskandal um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K eine entscheidende Rolle spielt, ist pleite. Acht United-Investors-Gesellschaften meldeten vor einigen Tagen beim Hamburger Amtsgericht Insolvenz an, darunter die Kernfirmen United Investors Holding GmbH sowie United Investors Emissionshaus GmbH. Das bestätigte der Hamburger Rechtsanwalt Michael W. Kuleisa von der Kanzlei Schwemer, Titz & Tötter gegenüber manager magazin online. Kuleisa fungiert als vorläufiger Insolvenzverwalter in sechs der betroffenen Gesellschaften. Bei der Holding sowie der Emissionshaus GmbH wurde er nach eigenen Angaben vom Gericht als Sachverständiger eingesetzt.

Von United Investors war dazu keine Stellungnahme zu bekommen. Das Unternehmen gilt als wohl wichtigster Partner der Immobiliengruppe S&K, die im Verdacht steht, mit einem umfangreichen Schneeballsystem Tausende Privatanleger um einen dreistelligen Millionenbetrag gebracht zu haben. Durch eine bundesweite Großrazzia Ende Februar war der Fall ans Licht gekommen. Schon im vergangenen Jahr sowie unmittelbar vor der Razzia hatte manager magazin online kritisch über die Aktivitäten von S&K berichtet.

Im vermuteten Betrugskonstrukt um S&K soll United Investors als Geldbeschaffer fungiert haben. Die Hamburger Unternehmensgruppe legte seit 2008 mindestens drei geschlossene Immobilienfonds auf, über die Anlegergelder in die S&K-Geschäfte geschleust wurden. Insgesamt dürfte durch diese Fonds eine hohe zweistellige Millionen-Euro-Summe an S&K geflossen sein.

United-Investors-Chefs weiter in Haft

United-Investors-Gründer und -Chef Hauke B. sowie sein Kompagnon Thomas G. gehören zu den Hauptverdächtigen, die im Rahmen der Razzia am 19. Februar aufgrund von Haftbefehlen festgenommen wurden. Gemeinsam mit sechs weiteren Verdächtigen, darunter die S&K-Chefs Stephan S. und Jonas K., sitzen sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt nach wie vor in Haft. Bislang waren sie für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen sie nicht zu erreichen, es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

Gegründet wurde United Investors im Jahr 2006 von Hauke B. und Thomas Schwer. Die beiden kamen vom Hamburger Emissionshaus Atlantic und hatten dort zuletzt zwei Fonds konzipiert, die in Computerspiele investierten. Mit solchen sogenannten Gamefonds starteten sie auch die Geschäfte von United Investors. Schwer verließ das Unternehmen allerdings bereits 2009 wieder.

Insgesamt hat United Investors einer Firmenpräsentation zufolge bis heute mindestens 175 Millionen Euro an Anlegergeldern eingesammelt. Allein rund 45 Millionen Euro flossen nach Angaben des Unternehmens in die ersten beiden Gamefonds.

Neben den Beteiligungsgesellschaften, die explizit für S&K aufgelegt wurden, gab es zudem eine Reihe weiterer Immobilienfonds. Mit dem "Metropolitan Estates Berlin" etwa wollte United Investors den Verkaufsunterlagen zufolge 21 Millionen Euro in den Berliner Immobilienmarkt investieren. Die Beteiligungsgesellschaft "Cosmopolitan Estates Mallorca" versprach die Investition von knapp elf Millionen Euro in ein Hotel auf der Baleareninsel.

United Investors war vielseitig aktiv

Auch auf anderen Gebieten war United Investors aktiv. So wurde nach Informationen von manager magazin online mindestens eine Schiffsbeteiligung für vermögende Anleger, ein sogenanntes Private Placement, aufgelegt. Zudem gibt es Hinweise, dass das Unternehmen auch über Geschäfte mit Lebensversicherungspolicen Gelder für S&K mobilisiert hat.

Zuletzt propagierte das Unternehmen im Jahr 2012 den Fonds "The Art of Investment Portfolio 1". Dabei wurden Renditen von 5 bis 7 Prozent mit der Anlage in Sachwerte in Aussicht gestellt. Insgesamt 20 Millionen Euro wollte United Investors mit diesem Fonds bei Investoren einsammeln. Wie viel davon tatsächlich zusammen gekommen ist, ist unklar.

Insolvenzverwalter Kuleisa betont gegenüber manager magazin online indes, dass die Fondsgesellschaften als eigenständige Unternehmen nicht direkt von den aktuellen Insolvenzen betroffen sind. Die Anleger dürften dennoch zum Großteil wenig Freude haben. Sollte sich der Betrugsvorwurf gegen S&K bestätigen, so dürften die Investoren der S&K-Fonds von United Investors zu den Hauptgeschädigten zählen. Gleiches gilt wohl für Versicherungskunden, die ihre Police an United Investors abgaben, damit der Erlös aus der Stornierung in S&K investiert werden konnte.

Auch bei den Gamefonds läuft es zudem schlecht. Schon vor gut einem Jahr musste United Investors gegenüber manager magazin online einräumen, dass die erhofften Ergebnisse der ersten beiden Fonds kaum erreicht werden dürften. Mit der Anlegerseite der erwähnten Schiffsbeteiligung lag das Emissionshaus nach Informationen von manager magazin online ebenfalls heftig im Clinch.

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