Mittwoch, 21. August 2019

EC-Gebühren Kartellamt will Verbraucher entlasten

Kartellamt-Chef Mundt: "Letztlich trifft das die Verbraucher"

Das Bundeskartellamt knüpft sich die Gebühren für bargeldloses Zahlen vor, die der Handel an Banken und Sparkassen abführen muss. Letztlich sollen die Verbraucher davon profitieren, so das Amt.

Hamburg - "Die bestehende Gebührenvereinheitlichung ist aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß", sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, dem "Tagesspiegel". Die Wettbewerbsbehörde prüft nun die Entgelte, die der Handel an die Kreditwirtschaft zahlen muss, wenn Kunden mit EC-Karte und Geheimnummer zahlen.

Banken und Sparkassen verlangen vom Handel für das bargeldlose Zahlen 0,3 Prozent von der Kaufsumme, bei Einkäufen unter 25 Euro sind es acht Cent pro Transaktion. "Letztlich trifft das die Verbraucher, weil die Gebühren auf die Preise umgelegt werden", kritisierte Mundt. "Unser Ziel ist es, dass Unternehmen in die Lage versetzt werden, mit den Banken individuelle Konditionen zu vereinbaren."

Bei der Deutschen Kreditwirtschaft hält man ein Eingreifen des Kartellamts für unnötig. "Zahlreiche Banken und Sparkassen haben seit einiger Zeit individuelle Vereinbarungen mit Handelsunternehmen über Electronic-Cash-Händlerentgelte geschlossen", sagte Sprecherin Michaela Roth der Zeitung. "Banken und Sparkassen werden ihre Bemühungen in den kommenden Monaten intensivieren, um weitere Vereinbarungen über individuelle Entgelte zu schließen", kündigte sie an.

cr/rtr

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