Freitag, 6. Dezember 2019

Kapitalerhöhung Gildemeister schickt Aktie auf Talfahrt

Maschinenbau bei Gildemeister: Das Unternehmen löste mit der Ankündigung einer Kapitalerhöhung einen Kursrutsch aus

Der Maschinenbauer Gildemeister plant eine Kapitalerhöhung. So soll die Zusammenarbeit mit dem japanischen Kooperationspartner Mori Seiki intensiviert werden. Aktionäre fürchten offenbar die Verwässerung ihrer Anteile - die Aktie rutscht um mehr als 5 Prozent ab. 

Frankfurt am Main - Gildemeister-Papiere sind am Donnerstag wegen einer bevorstehenden Kapitalerhöhung unter Druck geraten. Die Anteile am größten deutschen Werkzeugmaschinenbauer rutschten am Vormittag um 5,48 Prozent ab auf 16,74 Euro. Sie standen damit klar am MDax-Ende. Der Index mittelgroßer Werte büßte 0,27 Prozent ein.

"Eine Kapitalerhöhung belastet wegen der Verwässerung immer die Altaktien und entsprechend gerät die Aktie unter Druck", sagte ein Börsianer. Das sei zunächst kursrelevanter als die leicht positiv einzuschätzende verstärkte Zusammenarbeit mit Mori Seiki. Gildemeister vertieft die Verflechtung mit dem japanischen Branchenkollegen, der seine Beteiligung an den Bielefeldern auf 24,9 Prozent aufstockt. Im Gegenzug erhält Gildemeister das Recht, seinen Anteil an den Japanern auf 10,1 Prozent zu erhöhen.

Mori Seiki soll in einem ersten Schritt Anteile an Unternehmen in den bedeutenden Märkten USA und Japan einbringen und hierfür bis zu 5,40 Prozent des bestehenden Grundkapitals von Gildemeister aus einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage erhalten.

Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank wertet die aktuellen Nachrichten als Überraschung und negativ für Gildemeister Börsen-Chart zeigen, denn das Unternehmen habe genug finanzielle Flexibilität, um den Anteil aus der eigenen Kasse zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung sollte das Ergebnis je Aktie nach einer überschlägigen Rechnung um maximal 5 Prozent verwässern. Die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit Mori Seiki sei aber positiv und mit einem Zusammenschluss könnten große Teile der potenziellen Synergien gehoben werden. Terzic votiert mit "Kaufen".

Die beiden Unternehmen wollen sich auch einen gemeinsamen Namen geben. "Es gibt aber keine konkreten Fusionspläne", so Gildmeister-Vorstandschef Rüdiger Kapitza. Ganz ausschließen wollte er einen solchen Schritt für die Zukunft aber auch nicht: "Man soll nie nie sagen." Fusionsspekulationen rund um das Unternehmen hatten bereits in den vergangenen Tagen für Verwirrung gesorgt.

Die tiefergehende Partnerschaft solle bei entsprechender Zustimmung der Kartellbehörden im Spätsommer oder Herbst an den Start gehen.

cr/dpa-afx

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